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Gewalttäter geschnappt Polizei greift entflohenen Ralf J. in Berlin auf

Von Juliane Hinz | 20.03.2015, 23:00 Uhr

Spezialeinheit fasst den Gewalttäter in einem Berliner Obdachlosenheim

Rostock atmet auf: Nach elf Tagen ist es der Polizei gelungen, den entflohenen Ralf J. zu fassen. Der Gewalttäter war im Berliner Obdachlosenmilieu untergetaucht, wo er gestern in einer Unterkunft festgenommen wurde. Dort hatte er sich bereits seit acht Tagen aufgehalten. Das teilte die Rostocker Polizeiinspektion am gestrigen Abend mit, wie die NNN als erste Zeitung vermeldete..

Seit einer Woche gab es demnach Hinweise darauf, dass sich Ralf J. in der Bundeshauptstadt aufhält. „Gemeinsam mit der Berliner Polizei wurden intensive offene und verdeckte Maßnahmen durchgeführt“, berichtet die Polizeiinspektion. Gestern führten diese zum Erfolg. Beim Zugriff einer Berliner Spezialeinheit wurde Ralf J. festgenommen.

Seit seiner Flucht am 9. März hatte die Polizei mit Hochdruck nach Ralf J. gefahndet. Insgesamt gingen in diesem Zeitraum mehr als 150 Hinweise aus der Bevölkerung ein. Gut 360 Beamte der Schutz- und Kriminalpolizei waren an der Suche beteiligt. Seit vergangener Woche konzentrierte sich diese auf die Zusammenarbeit mit den Berliner Kollegen.

Ralf J. war bei einem Arztbesuch aus der Rostocker HNO-Klinik geflohen. Mit einer Schere bewaffnet, war es ihm gelungen, die zwei ihn begleitenden Pfleger zu überwältigen. Eine sofort eingeleitete, groß angelegte Suchaktion der Polizei blieb zunächst erfolglos. Nach NNN-Recherchen wurde öffentlich, dass Ralf J. bereits im Vorfeld in der Haft auffällig geworden war. Darüber hinaus war ihm der Arzttermin schon Tage vorher bekanntgegeben worden, sodass dem Gewalttäter Zeit zur Vorbereitung seiner Flucht blieb.

Der Fall Ralf J. hat eine Debatte über Sicherheitsvorkehrungen in der Forensik ausgelöst. So wird beispielsweise hinterfragt, ob Strafgefangene bei Arztbesuchen künftig von Polizisten begleitet werden sollten. Die Gewerkschaft der Polizei wies in diesem Zusammenhang auf akuten Personalmangel hin.