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Lange Straße Poolnudel-Aktion stößt Diskussion an

Von NNN | 19.11.2018, 16:00 Uhr

Leser fordern Änderungen in der Verkehrsregelung und kritisieren generellen Zustand der Rostocker Radwege.

Mit ihrer Poolnudel-Protestaktion hat die Gruppe Radentscheid Rostock am Sonnabend eine intensive Diskussion um die Verkehrsregelung in der Langen Straße angeschoben. Damit machten sie darauf aufmerksam, dass Autos die Fahrradfahrer nicht überholen können, ohne gegen den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern zu verstoßen.

Zufrieden mit der aktuell geteilten Fahrbahn zeigt sich kein einziger Nutzer in den sozialen Internet-Netzwerken. „Ja, der alte Fahrradweg war gefährlich und die neue Regelung ist schlimmer als zuvor“, erklärt beispielsweise Robert Schulz. Allerdings gibt er zu bedenken: „Wenn man die 1,5-Meter-Keule rausholt, dann sind große Teile der Stadt so gestrickt, dass man nicht überholen kann.“ Als eine mögliche Lösung sieht er eine Verbreiterung der Mitteltrasse um jeweils 1,5 Meter an beiden Seiten, um zwischen Straßenbahn und Pollern einen sicheren Radweg anzulegen. In eine ähnliche Richtung geht der Vorschlag von Gerhard Schulz: „Wenn der alte Radweg wegen der ein- und auspacken Autos zu gefährlich war, warum wird er nicht einfach auf die andere Seite verlegt?“ Nutzer Mieke Luft meint, die Poolnudel-Bilder würden deutlich zeigen, dass in der Langen Straße kein Platz zum sicheren Überholen ist. „Hier muss die Politik dringend etwas für mehr Sicherheit für Fahrradfahrer tun“, fordert Luft. Bei der aktuellen Lösung handele es sich um „den größten Schildbürgerstreich ever“, so Nutzer Alexander Alexander. Nutzer Malte Rockmann kritisiert die allgemeine Situation: „In Rostock gibt es zu wenige sichere Radwege. Die, die es gibt, sind oft in einem miserablem Zustand.“

Dennoch nehmen zahlreiche Nutzer auch die Radler in die Pflicht. Die würden in der Langen Straße häufig mittig fahren, so Julia Landes: „Und das machen meistens die Leute, die zehn km/h fahren, höchstens.“ Oliver Porsche fordert gar: „Dicht machen für Radfahrer und fertig.“ Letztendlich helfe nur „gegenseitige Rücksichtnahme“, so Nutzerin Mili Skinnson. Die sei aber von Auto- und Radfahrern gefordert.