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Rostock Prozess gegen geflohenen Häftling

Von Redaktion svz.de | 30.05.2015, 08:00 Uhr

Ralf J. ist wegen versuchter Freiheitsberaubung und Nötigung angeklagt.

Drei Monate nach seiner spektakulären Flucht während eines Klinikaufenthaltes muss sich der Rostocker Straftäter Ralf J. am 9. Juni vor dem Amtsgericht der Hansestadt verantworten. Laut Gericht werden dem 49-Jährigen versuchte Freiheitsberaubung und Nötigung vorgeworfen.

Die Flucht des Straftäters, der zu diesem Zeitpunkt im Maßregelvollzug der forensischen Klinik in Rostock war, hatte hohe Wellen geschlagen. Inzwischen sitzt er wieder in der Justizvollzugsanstalt Bützow ein. Der Mann war nach knapp zweiwöchiger Flucht und intensiver Fahndung vor einer Obdachlosenunterkunft in Berlin festgenommen worden.

Der mehrfach vorbestrafte Mann hatte am 9. März trotz der Begleitung durch zwei Pfleger aus der Rostocker HNO-Klinik fliehen können. Er hatte die Pfleger mit einer Schere bedroht und sie dann an eine Heizung gefesselt. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, ist weiter unbekannt, wie er in den Besitz der Schere kam. Zu dem Prozess sind den Angaben zufolge vier Zeugen geladen.

Nach der Flucht hatte Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) eine grundlegende Überprüfung des Sicherheitsmanagements und schärfere Sicherheitsmaßnahmen in allen drei forensischen Kliniken des Landes angeordnet. Seit dem Vorfall werden etwa Risikopatienten von drei Personen bei Klinikbesuchen begleitet.