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Gerichtsbericht Prozess wegen Drogenhandels

Von Redaktion svz.de | 19.06.2018, 05:00 Uhr

Jugendkammer eröffnet Prozess gegen drei Jugendliche aus Syrien.

Die Jugendkammer des Rostocker Landgerichts eröffnete gestern den Prozess gegen drei Jugendliche aus Syrien, die seit zweieinhalb Jahren in Deutschland leben. Die Staatsanwaltschaft hat sie des Verbrechens des mehrfachen bandenmäßigen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in neun Fällen angeklagt. Sie werden mit unterschiedlichen Beteiligungen beschuldigt, in Rostock zwischen Juli 2017 und Februar 2018 Marihuana und Haschisch im Kilobereich veräußert zu haben.

Ibrahim A. (19), als Hauptangeklagtem werden neun Straftaten zur Last gelegt, Mohamed S.(18) war an fünf und Tamam H.(18) an sechs Taten beteiligt. Mit weiteren, bisher unbekannten Landsleuten sollen sie in Rostock zunächst Gelder eingesammelt haben, um Betäubungsmittel aufkaufen und Fahrten nach Berlin finanzieren zu können. So wird ihnen vorgeworfen, am 19. Juli 2017 in Berlin 1,5 Kilogramm Marihuana erworben und im Zug deponiert zu haben. Bereits damals stellte die Polizei die Drogen im Zugversteck sicher, konnte aber die dazu gehörenden Dealer noch nicht ermitteln. Die Angeklagten fuhren regelmäßig mit dem Zug, manchmal auch mit Flix-Bussen in die Hauptstadt, um Nachschub zu kaufen. Anfang Dezember 2017 fand die erste Hausdurchsuchung in der Wohnung des 19-Jährigen in Evershagen statt. Die gefundenen Drogen hatten einen hohen Wirkstoffgehalt und waren das Sechs- bis Siebenfache einer nicht geringen Menge. Die Angeklagten gingen den Ermittlern durch eine längere Telekommunikationsüberwachung ins Netz. Während einer Razzia auf dem Rostocker Hauptbahnhof am 8. Februar 2018 konnte der Hauptangeklagte festgenommen werden. Er hatte fünf Haschischplatten zu je 100 Gramm und 200 Ecstasy-Tabletten bei sich. An dem Abend nahmen die Beamten einen weiteren Mann fest, der fünf Platten Haschisch zu je 100 Gramm bei sich trug und gesondert verfolgt wird.

Laut Anklageschrift sollen die drei jungen Männer aus den Weiterverkäufen der Betäubungsmittel einen Gewinn von 22 465 Euro erzielt haben, die sie zurückgeben müssen, wenn sie denn verurteilt werden. Alle drei Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft. Gestern waren sie noch nicht zu Aussagen bereit, kündigten aber Einlassungen zu den Tatvorwürfen für den nächsten Verhandlungstag am 27. Juni 2018 an.