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Rostock Prüfungsstress in der Kaihalle

Von RFRA | 27.06.2018, 12:00 Uhr

Hafenlogistiker müssen für den Berufsabschluss ihr Können beweisen. Gesamthafenbetrieb steuert weitere Ausbildung und Qualifizierung an.

In der Kaihalle 2 von Euroports im Rostocker Seehafen hat vorige Woche Prüfungsstress geherrscht. 14 Azubis mussten nach dreijähriger Ausbildung an fünf Tagen beweisen, was sie für den Abschluss des Ausbildungsberufs gelernt hatten. Sie kamen vom heimischen Gesamthafenbetrieb (GHB), von Rostock Port sowie von den Häfen Wismar, Stralsund und Vierow. Zudem steuerten auch sieben Mitarbeiter des GHB, die hier ohne den entsprechenden Berufsabschluss teilweise schon langjährig tätig waren, nach spezieller Vorbereitung im AFZ Rostock die Qualifizierung zu Fachkräften für Hafenlogistik an.

„Alles verlief ohne Probleme und wir sind mit den erreichten Ergebnissen insgesamt nicht unzufrieden“, erklärt Fiete Löwe (28), der seit zwei Jahren die Abläufe im Ausbildungsverbund koordiniert. Der junge Wismarer hat selbst im Hafen den Beruf von der Pike an gelernt und sich hier zum Meister qualifiziert. Nun hatte er die Prüfungen mit vorzubereiten, die nach längerer Zeit wieder in Rostock stattfanden.

Dabei konnten er und seine Mitstreiter auf die Hilfe von Unternehmen wie Euroports, Karpack und Swetrail sowie den ehrenamtlich in der Prüfungskommission tätigen Helfern bauen. Fachkräfte für Hafenlogistik erledigen den Warenumschlag für Hafenbetriebe. Sie kontrollieren ein- und ausgehende Ladungen auf Vollständigkeit, Qualität und etwaige Schäden und steuern deren Weitertransport oder Lagerung, bearbeiten Frachtpapiere und führen Frachtberechnungen durch. Entsprechend waren die Aufgabenstellungen für die Prüflinge in der Kaihalle.

Dafür wurden von der Verpackungsfirma Karpack Kisten gebaut und kostenlos zur Verfügung gestellt, mit denen die Arbeitsabläufe mit den Warengütern bis hin zur Beschriftung präsentiert werden konnten. Da waren Güter zu kommissionieren, mit denen dann ein bereitstehender Trailer beladen wurde. Anschließend musste die komplette Ladung fachgerecht gesichert werden. Neben dem Stapler und Trailer-Check wurden die Prüflinge auch in Warenannahme und Einlagerung geprüft. Besonders das parallel laufende Fachgespräch forderte einiges an Wissen ab.

Versierte Prüfer wie zum Beispiel Heike Busekow, Burkhard Orlowski und Wolf-Rüdiger Kamrau sahen den Prüflingen über die Schultern, ließen sich die Abläufe erklären. So mancher kam dabei ins Schwitzen, was nicht den Temperaturen geschuldet war. Bis auf einen Auszubildenden meisterten aber alle die Prüfungshürden erfolgreich. Einige mit sehr guten Ergebnissen wie zum Beispiel der Azubi Dominik Gehrke aus Wismar und der externe Prüfling Sebastian Brinkmann vom GHB, der hier bereits einige Jahre tätig ist.

Zum Abschluss der Prüfungswoche erhielten somit 20 Teilnehmer die Bestätigung, dass sie bestanden haben. Die Übergabe der Facharbeiterbriefe erfolgt dann durch die Industrie- und Handelskammer. „Vier unser acht Absolventen werden unser Team verstärken, die anderen fanden anderswo eine Anstellung“, berichtet GHB-Geschäftsführer Martin Rotbarth, der auch zufrieden konstatiert, dass die Belegschaft mit der externen Fortbildung weiter qualifiziert wurde.

Der Kurs des Personaldienstleisters ist auf weitere Qualifizierung und Nachwuchsgewinnung abgesteckt. Für das neue Ausbildungsjahr wird deshalb wieder die Einstellung von etwa zehn Azubis angesteuert.

Gegenwärtig absolvieren noch 21 Azubis im GHB ihre Ausbildung. Dabei stehen ihnen bewährte Lehrer und Ausbilder in der Berufsschule für Wirtschaft und Technik, im AFZ und in den verschiedenen Hafeneinzelbetrieben zur Seite. Durch die Ausbildung im Verbund, in dem 13 Unternehmen involviert sind, erhalten sie einen Vorgeschmack auf mögliche künftige Tätigkeiten – sei es nun beispielsweise als Verpacker, Festmacher oder Staplerfahrer. Das wird gerade auch auf der Nordjob und Mitte September auf der Jobfactory veranschaulicht.

Im GHB mit seinen 81 Beschäftigten ist besonders Flexibilität gefragt, hat man sich hier doch entsprechend der Anforderung kurzfristig auf wechselnde Tätigkeitsfelder einzustellen. Auch auf Martin Rotbarth (38) warten neue Aufgaben. Er hat inzwischen bei Euroports Germany die Leitung für Vertrieb und Marketing übertragen bekommen.