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Ein Artikel der Redaktion NNN

Kanurennsport Auch von Land das Wasser weiter „begehbar“ machen

Von Peter Richter | 23.10.2019, 17:10 Uhr

Legende Ramona Portwich wechselt nicht als Trainerin nach Neubrandenburg: „Ich bleibe meiner Heimatstadt erhalten“.

Nach den Vorstellungen des Landessportbundes und des Landeskanuverbandes MV hätte Kanurennsport-Legende Ramona Portwich ab 1. November 2019 ihren Trainerberuf in Neubrandenburg ausüben sollen und nicht mehr in Rostock (NNN berichteten exklusiv am 9. September).

Aber „ich bleibe meiner Heimatstadt erhalten. Wir haben uns auf Vertragsauflösung zum Ende dieses Monats geeinigt“, informiert die dreimalige Olympiasiegerin. Als sie Ende 2009 nach langen Jahren Leistungssport in Hannover sowie Tätigkeit als österreichische Bundestrainerin nach Rostock zurückkam, „hatte sich für mich ein Kreis geschlossen“. Deshalb sehe sie ihre berufliche Perspektive auch weiterhin hier: „Konkret ist da noch nichts, aber ich freue mich auf etwas Neues und möchte im Sportbereich im weiteren Sinne für die Stadt tätig sein.“

Die hauptamtliche Stelle jedoch, die Ramona Portwich innehatte, gibt es nun nicht mehr. Zehn Jahre lang suchte, fand und formte sie oft weit über 40 Wochenstunden hinaus Talente, baute den Kanurennsport in Rostock mit großer Kompetenz und Leidenschaft neu auf. Da entsteht jetzt eine Riesenlücke. Wie es weitergeht, ist offen.

Zwar brächten sich – so der 2. stellvertretende Vorsitzende der Kanufreunde Rostocker Greif, Henry Lehmann – die Kanurennsport-Warte Pascal Laue vom RKC und Richard Ott von den KfRG sehr ein, um das auszugleichen. Auch „haben wir sehr motivierte Übungsleiter – übrigens ebenfalls ein Verdienst von Ramona –, aber die sind natürlich erst mal unsicher, wie sie mit der Situation umgehen sollen, dass die erste Ansprechpartnerin im Alltag nicht mehr zur Verfügung steht.“

Er hoffe jedoch, dass die 52-Jährige ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, und sei es „von Land“, auch künftig weitergeben und das Wasser „begehbar“ machen werde.

Henry Lehmann: „Die vier Rostocker Kanu-Vereine* sind natürlich interessiert daran, dass Ramona ihre vielfältigen Erfahrungen weiter zur Verfügung stellt, um sich auf der Grundlage ihrer Expertise weiterzuentwickeln. Wir sind jetzt dabei zu klären, inwieweit sich ihre und unsere Vorstellungen in Einklang bringen lassen.“

* Kanufreunde Rostocker Greif, Rostocker Kanu-Club, SV Breitling, Wassersport Warnow (WSW)