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Schwerin/Würzburg Renten im Osten steigen

Von Redaktion svz.de | 27.10.2011, 06:58 Uhr

Die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland dürfen im kommenden Jahr auf ein Plus bei der Rente hoffen.

Die Renten steigen 2012 voraussichtlich um knapp 2,3 Prozent in den alten Ländern und um 3,2 Prozent in Ostdeutschland. Dies sagte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund, Herbert Rische, gestern in Würzburg. Ähnlich stark waren die Renten zuletzt 2009 gestiegen. Die Rentenanpassung wird endgültig im Frühjahr festgelegt.

Angesichts der soliden Finanzen in der Rentenkasse stellte Rische zudem eine Senkung des Beitragssatzes in Aussicht. Der Schätzerkreis erwartet für 2012 eine Senkung von 19,9 auf 19,6 Prozent. Durch diese Senkung um 0,3 Prozent würden Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils um 1,4 Milliarden Euro entlastet. Auch der Bund könnte profitieren: Den Berechnungen zufolge könnte er auf Entlastungen von insgesamt 0,7 Milliarden Euro hoffen.

Grundlage der Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung. Im kommenden Jahr wirken sich Rische zufolge nicht nur die Lohnsteigerungen, sondern auch die gesunkene Arbeitslosigkeit positiv auf die Rente aus, weil den rund 20 Millionen Rentnern wieder mehr Beitragszahler gegenüberstehen.

Immer mehr Senioren auf Hilfe angewiesen

Den guten Nachrichten zum Trotz prognostiziert eine neue Studie für Mecklenburg-Vorpommern einen dramatischen Anstieg der Altersarmut. Im Vergleich zum heutigen Stand werden bis zum Jahr 2020 mehr als vier Mal so viele Rentner im Nordosten leben, die auf staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen sind, teilte das Pestel-Institut für Systemforschung in Hannover gestern mit. Mecklenburg-Vorpommern werde dann gemessen am Bundesdurchschnitt nahezu flächendeckend die höchste Armutsstufe 5 erreicht haben, sagte Projektleiter Matthias Günther in Hannover. Derzeit können im Nordosten Deutschlands fast 5400 alte Menschen ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst bestreiten. Das soziale Netz müsse die meisten 55- bis 65-Jährigen, die heute von Hartz IV lebten, im Rentenalter auffangen, so Günther. Immer mehr Menschen mit gebrochenen Erwerbsbiografien gingen in Rente. Lebensphasen mit Arbeitslosigkeit, Niedriglöhnen und dauerhaft geringfügigen Beschäftigungen seien für sinkende Rentenbezüge bei Neurentnern verantwortlich. Auch viele Selbstständige, die nur geringe oder keine Altersvorsorge treffen könnten, trügen zu einer dramatischen Zunahme der Altersarmut bei. Das Land müsse sich daher schon jetzt auf diese Situation einstellen und zum Beispiel über neue Wohnformen nachdenken. Gebraucht würden kleinere, energieeffiziente und altengerechte Wohnungen für Senioren. "Das spart Miete und Heizkosten. "