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Warnemünde Rettungsschwimmer vor Saisonstart

Von hars | 10.05.2013, 07:07 Uhr

Vor 60 Jahren wurde die Rostocker Wasserwacht gegründet.

Für deren heutigen Chef Lars Hennig und sein Team ist klar, dass dieses Ereignis gebührend gewürdigt werden soll. "Zum Ende des Sommers werden wir eine Veranstaltung auf die Beine stellen. Jetzt werden wir erst einmal in die diesjährige Saison starten. Und zwar am kommenden Mittwoch. Dann sind wir im Auftrag der Hansestadt bis zum 15. September wieder für die Sicherheit an den Stränden in Warnemünde und Markgrafenheide verantwortlich", sagt der 26-Jährige.

Im vergangenen Jahr hatten die insgesamt 145 Rettungsschwimmer trotz des kühlen Sommers alle Hände voll zu tun. Sie retteten zwölf Menschen aus dem Wasser, belebten zwei wieder und leisteten in 203 Fällen Erste Hilfe. In 17 Fällen forderten sie den Rettungsdienst an. "Wir überwachen nicht nur den Badebetrieb, sondern sind auch bei maritimen Großveranstaltungen wie der Warnemünder Woche und der Hanse Sail mit von der Partie. Wir sichern diese mit Rettungsbooten seeseitig ab. Unterstützung bekommen wir dabei von anderen DRK-Kreisverbänden", sagt der Rostocker.

Wichtig für die Wasserwacht-Crew ist auch die Bereitschaft von Rettungsschwimmern aus anderen Bundesländern, in Warnemünde oder Markgrafenheide Dienst am Strand zu leisten. Traditionell kommen die meisten Rettungsschwimmer aus den neuen Bundesländern. "Aber zunehmend erhalten wir auch Unterstützung aus den alten Bundesländern. Für Rettungsschwimmer vom Bodensee ist es sehr reizvoll, auch mal an der Küste Dienst zu machen", weiß Lars Hennig aus vielen Gesprächen. Quartiere für die Helfer stehen auf dem Campingplatz in Markgrafenheide sowie in Warnemünde zur Verfügung. Vorwiegend kommen junge Leute ab 16 Jahre zum Einsatz. Doch auch ältere Rettungsschwimmer sind gern gesehen. "Deren Erfahrung ist uns sehr wichtig. Von denen können wir Jungen noch lernen", betont der 26-Jährige.

Damit die Wasserwacht, der in Rostock rund 160 Mitglieder sowie etwa 60 Kinder und Jugendliche angehören, zum Saisonstart topfit ist, gab es im Winterhalbjahr zahlreiche Aus- und Weiterbildungen. Schließlich müssen die Rettungsschwimmer auch die zur Verfügung stehende Technik bedienen können. So ist der Warnemünder Hauptturm 3 wie ein Rettungswagen unter anderem mit Defibrillator und Absaugeinheit ausgestattet. Von diesem Turm aus werden sechs weitere Rettungsstationen in Warnemünde koordiniert. Im Notfall wird per Rettungsbuggy die Technik am Strand entlang zur Unfallstelle transportiert. Ein zweiter Buggy wurde angeschafft und in Markgrafenheide positioniert. "Unser Schmuckstück ist das am Warnemünder Strand stationierte Rettungsboot ,Wotan ’ mit zweimal 100 PS", sagt Lars Hennig.

Angesichts der hohen Kosten für Technik, Ausbildung und Unterkunft plädiert der Wasserwacht-Chef dafür, dass die Ausschreibung für den Strand-Rettungsdienst künftig mehr als zwei Jahre umfasst. "Dann hätten wir größere Planungssicherheit", meint Hennig, dessen Team sich 2014 erneut an der Ausschreibung beteiligen wird.