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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock RGS soll Baumfäll-Pläne stoppen

Von Christine Weber | 17.02.2012, 08:09 Uhr

Die noch für diesen Monat geplante Fällung von Bäumen auf der Fläche vor dem Kröpeliner Tor will die Initiative Rostocker Frühling verhindern.

Das neu gegründete Bündnis präsentierte seine Ziele gestern mit einem Informationsstand am Rande der Wallanlagen. "Hier sollen noch bis Anfang März 14 Bäume und Sträucher entfernt werden - zum großen Teil aus gestalterischen Gründen. Das halte ich für diskussionswürdig", sagt Dr. Ursula Karlowski (Grüne), Mitbegründerin der Initiative und Mitglied der Rostocker Bürgerschaft sowie des Landtags. Passant Horst Dethloff schließt sich spontan an: "Mir liegt hier jeder Baum am Herzen, weil er die Luft in der Rostocker Innenstadt verbessert", sagt der 79-Jährige.

Mit der Baumfällung soll die Neugestaltung des Kröpeliner-Tor-Vorplatzes vorbereitet werden. Die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS) ist damit beauftragt. Nach heftiger Kritik an der ursprünglichen Planung und einem öffentlichen Forum im April 2011 war die RGS bereits von ihren Planungen abgerückt. Die Planer entwickelten eine Kompromissvariante, der die Fällung von elf Bäumen nach Angaben des Grünamtes jetzt auch entspricht.

Drei weitere Bäume, die ziemlich zentral auf dem Platz stehen, sollen aus einem anderen Grund weichen: Hier muss der marode Abfluss des Wallgrabens saniert werden. "Das können wir nachvollziehen", sagt Dr. Thomas Pitsch vom Rostocker Frühling. Etwas anderes seien aber die elf Bäume, die aus gestalterischen Gründen fallen sollen. "Zumal es einem Beschluss der Bürgerschaft widerspricht, der besagt, dass bei einer Fällung von mehr als zehn Bäumen der Ortsbeirat und der Ausschuss für Stadt- und Regionalentwicklung sowie die Öffentlichkeit zu beteiligen sind", sagt Karlowski. Bei ihrer Sitzung am 1. Februar hatte die Bürgerschaft einen solchen Beschluss gefasst. Er beinhaltet außerdem, dass vor Abschluss der endgültigen Planungen zur Umgestaltung der Wallanlagen keine Baumfällarbeiten vorzunehmen sind. Sowohl Grünamt als auch das Amt für Denkmalpflege hatten allerdings darauf hingewiesen, dass es zu den Wallanlagen aktuell keine Planungen gebe. Denn die Pläne für den Bereich vor dem Kröpeliner Tor seien bereits abgeschlossen, der nächste Abschnitt noch gar nicht begonnen.