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Richtfest THW bekommt neuen Sitz

Von Antje Kindler | 09.11.2018, 17:15 Uhr

Der alte Sitz ist nicht mehr bedarfsgerecht. Deshalb bekommt das THW Bad Doberan einen neuen Sitz, für den Richtfest gefeiert wurde.

Mit ein paar kräftigen Schlägen treibt Hans-Joachim Bull den Nagel in das Holz, dann ist es geschafft. Der letzte Stift ist im Gebälk versenkt und der Rohbau damit fertig. Unter dem Applaus der Anwesenden stößt er mit Dachdeckermeister Leonhard Siegmeier auf den Neubau an. Ein Moment, auf den nicht nur der Rostocker schon lange gewartet hat. Am Freitag wurde das Richtfest für den neuen Sitz des Technischen Hilfswerks (THW) gefeiert, den die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben derzeit in der Münsterstadt bauen lässt. Rund sieben Jahre mussten Bull und die anderen etwa 50 Mitglieder des Bad Doberaner Ortsverbandes darauf warten.

Sie sind derzeit noch in Kägsdorf untergebracht, nutzen alte Bunker und Hallen für ihre Ausbildung und anfallenden Arbeiten. "Das ist nicht zentral", sagt Zugtruppführer Jens Roddelkopf, der hofft, durch den neuen Standort auch mehr Mitglieder gewinnen zu können. "Es hat auch etwas mit Sicherstellung der Einsatzbereitschaft zu tun", erklärt der 41-Jährige. Am neuen Standort in der Eikboomstraße könnten viele THWler in wenigen Minuten da sein, denn "viele arbeiten in Rostock", so Roddelkopf.

Aber nicht nur der zentrale Standort biete deutliche Vorteile. Die Bunker, in denen die Fahrzeuge und Technik des Ortsverbandes derzeit untergebracht sind, seien feucht und die Räumlichkeiten einfach nicht mehr bedarfsgerecht, sagt Editha Mekelnburg, Referatsleiterin vom Landesverband Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein. Und so entsteht seit dem ersten Spatenstich im Juni neben einer modernen Halle für rund zehn Fahrzeuge auch ein eingeschossiger Bau mit etwa 310 Quadratmetern Nutzfläche. Darin finden Sozialtrakt, Büros sowie Schulungs- und Übungsräume ihren Platz. Die Fertigstellung ist für Juni 2019 anvisiert. "Wir sind auf einem sehr guten Weg, es zeitgemäß durchzuführen", sagt Mekelnburg.

Seit 2011 wartet das THW auf den neuen Sitz. Damals seien die Mittel aber wegen hohem finanziellen Bedarf des THW nicht freigegeben worden. "Und vor vier Jahren sind wir erst wieder mit Mitteln ausgestattet worden", erklärt die Referatsleiterin, die darauf hinweist, dass die Organisation vom Bund finanziert wird. "Seit Ende 2016 sind wir dabei, das Vorhaben wieder aufzugreifen und umzusetzen." Nicht ganz zwei Millionen Euro wurden dafür zur Verfügung gestellt.

Zusammen mit dem THW-Ortsverband Güstrow sind die Bad Doberaner im gesamten Landkreis Rostock im Einsatz. "Und auch überregional", fügt Jens Roddelkopf hinzu. Sie sind immer dann bei der Rettung und Bergung beteiligt, wenn die Feuerwehren an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. "Und wir sind zusätzlich auf Ölabwehr spezialisiert", so der 42-Jährige.