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Offenes Chorprojekt „Rosi“ pflegt Gesangsleidenschaft

Von nicp | 26.08.2018, 16:00 Uhr

Offenes Chorprojekt im Theater des Friedens Rostock singt (Rosi) startet wieder am 4. September. Dann sind zwei neue Sängerinnen dabei.

Es ist die ursprünglichste musikalische Ausdrucksform – das Singen. Es zu professionalisieren, kann und muss nicht jedem gelingen. Aber das ist kein Grund diese Leidenschaft aufzugeben. Das Chorprojekt Rostock singt, kurz Rosi, lädt begeisterte Laien-Musiker ein, zu singen, – ohne Vorkenntnisse und vor allem ohne Druck, regelmäßig proben zu müssen. Das wöchentliche Angebot „ist eine Lücke zwischen ,einfach mal zusammen singen’ und einem Chor, der auf einen Auftritt hin probt“, sagt Initiator Gregor Siegmund.

Am 4. September startet das freie Chorprojekt nach der Sommerpause im Theater des Friedens wieder durch, immer dienstags und mit zwei neuen Sängerinnen. Lena Steffan und Pia Rademann übernehmen für Lisann Wassermann, die sich in die Babypause verabschiedet hat. Die beiden studieren Pop- und Weltmusik mit einem Fokus auf klassischen Gesang an der Hochschule für Musik und Theater. Mit wechselnden Teilnehmern werden sie pro Abend fünf bis sechs Titel einstudieren. Der Text läuft über eine Leinwand. „Wir versuchen einen Mix aus englischsprachigen und deutschen Titeln, neueren Liedern und solchen aus den 70er- und 80er-Jahren“, erklärt Lena Steffan. Auch Wunschtitel sind möglich. „Und am Ende können nochmal zwei bis drei ausgewählt werden, die man dann richtig durchschmettert“, sagt Gregor Siegmund.

Im Juli, vor der Sommerpause, hatten Steffan und Rademann ihre Feuerprobe – da noch mit Lisann Wassermann. Sie studierten „I have a dream“ und „Losing my religion“ mit dem Publikum ein. „Es ist eine ungewohnte Rolle, aber eine sehr familiäre Atmosphäre. Das finde ich super schön“, sagt Lena Steffan. Und die Familie ist groß. Die Crew vom Theater des Friedens hatte Siegmund und seine damalige Projekt-Partnerin vor der ersten Auflage noch präventiv trösten wollen, dass vielleicht nicht so viele kommen, vielleicht 30. Aber nichts da. Rosi schlug ein. „100 bis 200 Leute kommen immer“, sagt Siegmund. Schüler, Studenten, vor allem aber Rostockerinnen, „die sich mit einem Glas Wein hinsetzen und mit ihren Freundinnen einen schönen Abend machen“, führt Rademann exemplarisch an. „Auch für manche Paare ist es die Veranstaltung“, sagt Siegmund, eine Schnittstelle zwischen den sonstigen Hobbys. „Es kann jeder singen, der es gerne möchte, ob er denkt, dass er es kann oder nicht“, sagt er. Mit Julia Brockmann hatte er Rosi als Option für diejenigen erdacht, denen es auch gar nicht möglich wäre, regelmäßig zu Chorproben zu gehen, weil sie in Schichten arbeiten oder kleine Kinder versorgen. „Sie hatte davon gehört in anderen Städten und hat gesagt ,Wollen wir das in Rostock machen’“, erinnert er sich. „Ich hab gesagt ,Ne, das ist zu viel Arbeit’ und ich hatte Recht“, sagt Siegmund und lacht. „Aber er ist sehr schön.“ Er selbst spielt in der den Chor begleitenden Band Gitarre. Drei weitere professionelle Musiker bilden mit ihm die Band: Golo Schmiedt (Schlagzeug), Maik Nürnberger (Bass) und Philipp Wisotzki (Klavier). Um Gagen und Raumnutzung zu finanzieren, nimmt Rosi Eintritt, vergibt Zehnerkarten wie beim Sportkurs. Aber wie bei jedem ambitionierten Projekt: Schwierig ist es finanziell trotzdem, sagt Siegmund, will aber an Rosi festhalten.