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Rostock Anwohner beklagen Parkplatzmangel in der Südstadt

Von Aline Farbacher | 16.09.2020, 07:00 Uhr

In der Majakowskistraße/Nobelstraße fielen kürzlich mehrere Stellplätze weg. Stadt soll Stellflächen schaffen.

Mandy Brandenburg zieht ein Knöllchen unter dem Scheibenwischer an der Frontscheibe ihres Autos hervor. Die Anwohnerin aus der Rostocker Südstadt ist sauer. Denn vor rund vier Wochen wurde das Parken in der Einbahnstraße hinter ihrem Häuserblock in der Majakowskistraße 50 bis 55 Ecke Nobelstraße verboten. "Wir wissen langsam nicht mehr, wohin mit unserem Auto. Vor allem mit Kleinkind und Einkäufen will man nicht so lange laufen", sagte Brandenburg. Weil Rettungswagen und Stadtentsorgung nicht an den parkenden Autos vorbeikamen, mussten diese nun ganz weichen. "Um den Fakt wollen wir uns gar nicht streiten, das ist nachvollziehbar, aber die Stadt muss was gegen den Mangel an Parkplätzen tun", sagte Anwohnerin Antje Schulz.

Parkende Autos gefährden Rettungswege

Stadtsprecher Ulrich Kunze teilte auf Anfrage mit, der Grund für das Parkverbot sei, dass die Rostocker Stadtentsorgung als auch die Feuerwehr aufgrund abgestellter Autos nur noch schwerlich oder Teils gar nicht in die Straße gelangen konnten. "Von einem auf den anderen Tag wurden die Autos abgeschleppt, wir wussten von nix und vorher durfte man hier auch parken", sagte Brandenburg. Erst nachträglich hätte eine Information im Briefkasten gelegen. Regelmäßig sei nun das Parkverbot von Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) der Hansestadt kontrolliert worden, klagt die Anwohnerin.

"Anlassbezogen gab es im August vier Kontrollen in diesem Bereich", bestätigte Kunze. Hierbei seien insgesamt 46 Knöllchen verteilt worden. Darüber hinaus wurden fünf Abschleppmaßnahmen durchgeführt.

Um die 20 Parkplätze seien in der Straße nun weggefallen, so Brandenburg. "Rein rechtlich entfallen keine Parkplätze, da an dieser Stelle offiziell gar nicht hätte geparkt werden dürfen", so Kunze. Denn an engen Straßenstellen sei es laut STVO generell nicht erlaubt zu parken. So müssten am Anfang der Straße auch keine Parkverbotsschilder aufgestellt werden.

Nachbarn sammeln Unterschriften

Seit 1997 wohnt Eric von Zgerski in dem Häuserblock. Da immer mehr junge Familien mit Autos in das Viertel ziehen würden, sei es mit den Jahren immer schwerer geworden, einen Parkplatz zu ergatten. "Ich bin Schichtarbeiter und brauche mein Auto. Ich will mein fünfjähriges Kind nicht früh morgens quer durch die Stadt mit dem Fahrrad hetzen, um zur Kita zu kommen."

Mieterin Antje Schulz ergänzt: "Das Parkproblem hat sich im letztes Jahr noch verschlimmert, nachdem das Parken auf dem Gelände vom Südstadt Center auf 90 Minuten begrenzt wurde." Zusammen mit anderen Anwohnern hat sie jetzt in der Nachbarschaft Zettel aufgehängt und sammelt Unterschriften. "Wir wollen der Stadt die Unterschriften vorlegen, um zu zeigen, dass es kein Einzelfall ist, dass Stellflächen gesucht werden."

Lösung noch nicht in Sicht

"Wenn wenigstens Anwohnerparken in der Majakowskistraße vor unserem Haus eingeführt würde, könnten wir vielleicht schneller einen Parkplatz finden", sagte Brandenburgs Freund Sven Greiner-Petter. Er vermutet, dass dort auch viele der Mitarbeiter des Südstadt Centers parken würden.

Laut Kunze habe die Einführung von Bewohnerparken in der Südstadt derzeit keine Priorität. "Mittelfristig wäre dies jedoch insbesondere im Umfeld der großen Arbeitgeber wie zum Beispiel des Klinikums Südstadt sinnvoll." Erst kürzlich hatte die Stadtverwaltung die Idee eines Quartierparkhauses in der Ziolkowskistraße in der Südstadt vorerst abgelehnt.

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Derzeit würden jedoch Verdichtungspotentiale für den Wohnungsbau in der Südstadt geprüft, hatte Stadtplaner Ralph Maronde auf der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses der Bürgerschaft gesagt. "Das Parken wird bei einer Nachverdichtung ein sehr wichtiges Thema sein, welches separat betrachtet werden muss", betonte Maronde. Was das bezüglich neuer Parkplätze bedeuten könnte, blieb indes offen.