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Affenbaby Rostock begrüßt Mayang

Von Redaktion svz.de | 25.05.2018, 20:45 Uhr

Zoo-Direktor und Wiro-Chef verkünden Namen des jüngsten Orang-Utan-Nachwuches von Mutter Miri.

Der Rostocker Zoo hat am Freitag sein jüngstes Orang-Utan-Baby getauft. Direktor Udo Nagel und Wiro-Chef Ralf Zimlich enthüllten den Namen. Miris erstes Kind heißt Mayang. Anlass für die lang erwartete Namensgebung gab die Eröffnung der Gemälde-Ausstellung „Orang-Utans – so fern und doch so nah am Herzen“ von Stefanie Klymant im Spiegelsaal des Darwineums. Da wurden auch die Tierpfleger künstlerisch kreativ: In großen Buchstaben und mit pinken Herzchen hatten sie in der benachbarten Tropenhalle „Hallo Mayang“ auf die Gehegescheibe geschrieben. Der Name aus dem Malaiischen bedeutet Palmblüte.

An der öffentlichen Namenssuche, zu der der Zoo aufgerufen hatte, beteiligten sich knapp 60 Zoo-Freunde mit 96 Namensvorschlägen. Häufig vorgeschlagen wurde Maya. Aber auch Ideen wie Senin, was im Indonesischen Montag bedeutet, Kianga (Sonnenschein) oder Jara, was für Frühling steht, wurden eingebracht. Die Geburt im britischen Königshaus, die mit der Orang-Geburt auf denselben Tag fiel, inspirierte zum Namensvorschlag Louisa, in Anlehnung an Louis Arthur Charles. Die Tierpfleger entschieden sich aber für den Namen Mayang, den Ines Schmeißer aus Leipzig eingereicht hatte. Sie konnte bei der Namensgebung nicht selbst dabei sein. Wiro-Chef Ralf Zimlich schaffte es aber, er kam mit einer Tauftorte vorbei. Jetzt sei es im Darwineum noch spannender, „weil so viele Orangs bei der Jungtieraufzucht zu beobachten sind“. Die Wiro ist Premiumpartner des Zoos und Pate der beiden Orang-Utan-Gruppen sowie der vier Galapagos-Riesenschildkröten.

„Mayang entwickelt sich weiterhin prächtig“, heißt es vom Zoo. Schon von Geburt an sei die Kleine ein sehr kräftiges Baby. Manchmal scheine es, als sei sie ihrem Alter etwas voraus. Ihre Tierpfleger schätzen, dass sie zirka zwei Kilogramm wiegt. Die Familie, mit der sie auf der Anlage lebt, gilt als sehr entspannt. Sunda und Ejde haben kaum Interesse an Miris Baby. Einzig Surya schaue ab und zu aus der Ferne auf ihre Halbschwester. „Doch Miri ist das ganz recht, derzeit möchte sie mit ihrem Baby gerne noch alleine sein und sucht eher den Abstand zu den anderen Familienmitgliedern“, erklärt der Zoo. Am liebsten halte sie sich auf der weitläufigen Außenanlage auf. Dort zeigt sich der Unterschied zwischen den einzelnen Mutter-Persönlichkeiten: Während die fünffache Mutter Sunda sehr gelassen und routiniert mit Surya umgehe, seien Hsiao-Ning und Dinda sehr behütende Mütter und passen gut auf ihre kleinen Mädchen auf. Inzwischen gehe auch Ning immer entspannter mit Tochter Niah um und lasse sie eigenständig ihre Umwelt erkunden. „Miri ist eine Vorzeigemutter“, heißt es vom Zoo. Sie achte zum Beispiel sehr darauf, dass Mayang ausreichend trinkt. Die Affen-Mädchen bleiben dem Zoo noch eine ganze Weile erhalten: Erst im Alter von fünf bis acht Jahren setzt zunehmend die Trennung der Kinder von der Mutter ein. Sind die Jungtiere dann komplett selbstständig, können sie in andere Zoos abgegeben werden. Die Empfehlung, welches Tier wohin geht, erfolgt durch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm.

Die Ausstellung von Stefanie Klymant mit Gemälden auch von Rostocker Orang-Utans bleibt bis zum 19. August im Darwineum. „Ich hoffe sehr, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für Orang-Utans zu schaffen, vielleicht zum Spenden anzuregen oder mit der Ausstellung Patenschaften für die Menschenaffen zu gewinnen“, sagte sie bei der Vernissage. Die Soltauer Malerin verfolgt seit Jahren das Thema der vom Aussterben bedrohten Tierarten und stellt diese in ihren Werken dar.