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Rostock Das hat der neue Stadtteilmanager von Toitenwinkel vor

Von Aline Farbacher | 23.07.2020, 20:00 Uhr

Am 1. Juli ist Johannes Schmidt in die Fußstapfen von Jens Anders getreten. Er will das Image des Viertels aufbessern.

Er ist der Neue im Stadtteil und kennt sich doch bestens aus in Toitenwinkel. Johannes Schmidt trat vor gut drei Wochen in die Fußstapfen von Jens Anders, der 13 Jahre lang als Stadtteilmanager im Viertel tätig war. Die Männer sind jedoch alte Bekannte. Denn bereits von 2010 bis 2016 war Schmidt als Jugendsozialarbeiter im Verein Alte Schmiede Toitenwinkel tätig, zudem auch das Quartiersmanagement gehört.

"Ich merke jetzt schon, dass ich richtig Bock darauf habe hier im Stadtteil etwas zu bewegen", sagte Schmidt am Mittwoch. In seiner neuen Rolle als Stadtteilmanager will er vor allem das Image von Toitenwinkel aufbessern. Auf der Suche nach einem Quartiermanager ist derweil der Stadtteil Lichtenhagen.

Bewusster Generationswechsel

Am 1. Juli trat Johannes Schmidt auf Anders Wunsch hin, dessen Nachfolge an. "Ich hatte ihn damals als er ging schon gefragt, ob er das machen würde, wenn ich in Rente gehen", so Anders. Seit 2006 ist Toitenwinkel Teil des Bundesförderprogramms "Soziale Stadt". Seit 2007 hat das Viertel aufgrund dessen ein Stadtteilbüro und einen Quartiermanager.

Mehr Informationen:

"Soziale Stadt" ist ein seit 1999 bestehendes Programm der deutschen Städtebauförderung. In Rostock wird das Programm durch die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) in den Förder­gebieten Dierkow, Toitenwinkel, Schmarl, Lichtenhagen und Groß Klein umgesetzt. Toitenwinkel wurde 2006 in das Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen und erhielt im März 2007 ein Stadtteilbüro mit einem haupt­amtlichen Quartier­manager. Dessen Aufgabe ist es, die Entwicklungen im Stadtteil zu koordinieren und weiter auszubauen. Zudem soll dieser den Kontakt zur Stadt­verwaltung, zu Wohnungs­unternehmen und zur lokalen Wirtschaft sowie zu Vereinen und Institutionen pflegen und ausbauen.Seit dem 1. Juli besetzt diese stelle der 35-Jährige Rostocker Johannes Schmidt. Die 13 Jahre zuvor hatte diese Aufgabe der 65-Jährige Jens Anders übernommen.Wesentliche Instrumente zur Bürger­beteiligung sind die „50.000-EUR-Bürger­projekte“ und der Verfügungs­fonds. In diesem stehen pro Jahr 20.000 Euro für den Stadtteil zur Verfügung. Für beide ist der Quartier­manager erster Ansprech­partner. Über die Mittel des Verfügungs­fonds entscheidet der Quartier­beirat.Träger des Stadtteil­büros Toitenwinkel ist der Alte Schmiede Toitenwinkel e. V.

"Ich habe es gerne gemacht, aber alles hat seine Zeit", sagte Anders. So könne es nur von Vorteil sein, dass der 30 Jahre jüngere Johannes Schmidt eine andere Sicht auf die Dinge im Stadtteil mitbringen würde. Der 65-jährige Anders bleibt weiter im Verein Alte Schmiede Toitenwinkel tätig.

Angebote für Jüngere schaffen

Er wolle sich vor allem darauf konzertieren, das Image des Stadtteils aufzubessern, sagte Schmidt. "Das Image ist schlechter als das tatsächliche Bild." Die Anwohner müsse er nicht vom Stadtteil überzeugen, denn Toitenwinkel sei sehr grün und hätte sehr viel zu bieten. "Das Image ist: Toitenwinkel ist tot, dass würde ich so aber nicht unterschreiben, denn hier passiert sehr viel."

Nun wolle er Orte der Kultur und Begegnung für ein jüngeres Publikum schaffen. "Für jüngere Menschen ist Toitenwinkel momentan eher ein Stadtteil zum Wohnen, weil die Mieten günstig sind, aber um Kultur und soziale Begegnung zu erleben, fährt man dann eher in die Innenstadt oder die KTV." Das wolle er ändern. Denn in einem Stadtteil wie Toitenwinkel, in dem 14.000 Menschen leben, könne "mehr gehen."

Dauerbrenner weiter angehen

Aktuell arbeite er sich noch ein, sei jedoch bereits beispielsweise in die Vorbereitungen des Mühlenfestes involviert.

Einer seiner ersten Amtshandlung sei es gewesen, den Kummerkasten am Sternplatz zu leeren. Zu Tage kamen Probleme, die in Toitenwinkel als "Dauerbrenner" fungieren würden. Hierzu zählen illegal abgeladener Sperrmüll und nicht sachgemäß entsorgter Hundekot. Hinzu käme ein steigender Parkdruck, da im Viertel immer mehr Neubauten entstünden. Auch die Neugestaltung des Sternplatzes würde Schmidt die nächsten Jahre beschäften, prophezeite Anders.

Lesen Sie weiter:Neue Pläne für Halle am Sternplatz in Toitenwinkel

Jüngst hatte ein Antrag auf Fördermittel aus dem Verfügungs­fonds des Programms "Soziale Stadt" für die Ausstattung des dort entstandenen Zukuftsladens eine Zustimmung durch den Quartier­beirat gefunden, sagte Schmidt.

Zudem seien bereits drei Vorschläge für die Bürgerprojekte eingereicht worden. Aktuell kümmere er sich darum, hierfür ein Beteiligungsverfahren zu organisieren, welches möglichst viele Toitenwinkler erreiche.

"Für alles was hier angeschoben werden muss, brauche ich die Leute", betonte Schmidt. So hofft er, dass er in Zukunft nicht all zu viel Zeit am Schreibtisch verbringen muss, sondern viel im Stadtteil unterwegs sein kann. Er wolle das "Ohr an der Masse" haben.

Lichtenhagen sucht Quartiermanager

Erst 2019 wurde der Rostocker Stadtteil Lichtenhagen in das Programm "Soziale Stadt" aufgenommen. Aktuell werde laut des Ortsbeiratsvorsitzenden Ralf Mucha (SPD) für dieses Viertel ein Stadtteilmanager gesucht. "Grundsätzlich habe ich immer schon gesagt, dass Lichtenhagen auch unabhängig von dem Programm einen Stadtteilmanager braucht", teilte Mucha auf Anfrage mit.

Die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau mbH (RGS) hat die Stelle auf ihrer Internetseite ausgeschrieben. "Die ersten Bewerbungsgespräche haben bereits stattgefunden und werden derzeit ausgewertet", berichtete RGS-Chefin Sigrid Hecht auf Anfrage.