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Rostock 2020 soll das Matrosendenkmal in neuem Glanz erstrahlen

Von Aline Farbacher | 16.03.2020, 06:07 Uhr

Seit gut vier Jahren ist die Skulptur bereits eingezäunt. Im März soll die Sanierung beginnen – eigentlich.

Herrschaftlich thronen die zwei Matrosen am Kabutzenhof über dem Rostocker Stadthafen. Einer streckt entschlossen die Faust gen Himmel. Nur die Bauzäune, die seit gut vier Jahren das Matrosendenkmal absperren, stören das Bild. Der Grund: der Bronzehohlguss von Bildhauer Wolfgang Eckardt von 1977 hat Probleme mit der Statik. Im März soll nun endlich mit der Sanierung begonnen werden. Die Fertigstellung werde bis Ende des Jahres angestrebt, teilt Thomas Werner vom Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen mit.

Arbeiten verzögerten sich immer wieder

Eigentlich sollten die Matrosen bereits zum Stadtgeburtstag im Juni 2018 wieder glänzen. Doch immer wieder hatte sich die Sanierung des Denkmals wegen einer fehlenden Baugenehmigung verzögert. "Der Sockel und der Unterbau wurden 1970 ganz normal errichtet. Für die 1977 aufgestellten Matrosen gab es jedoch nie eine Baugenehmigung", erklärt Werner.

So war die Statik zunächst unklar, fehlende Daten mussten im Nachhinein ermittelt werden. Formal bestünde jetzt aber seit August 2019 Baurecht, so Werner weiter.

Weiterlesen: Matrosendenkmal wird erst 2020 saniert

Bereits im Januar sei ein 3D-Scan des Denkmals erfolgt. Dies sei laut Werner nötig gewesen, um die engen Bereiche der Skulptur, die nicht einsehbar sind, zu erfassen. Als Grundlage für die Sanierung der Skulptur diene ein vom Denkmalamt erarbeitetes Konzept.

Sanierungsarbeiten sollten im März starten

Im März sollen zunächst die vorbereitenden Maßnahmen für die weitere Sanierung starten. "Auch wenn nicht so viel äußerlich sichtbar sein wird, läuft die Vorbereitung dann bereits auf Hochtouren", erklärt Kulturamtsleiterin Michaela Selling.

Laut ihr werde die Restaurierung der Skulptur im zweiten Halbjahr dieses Jahres angestrebt. Dann auch das weitere Vorgehen an die Planungen des Landes zum Hochwasserschutz angepasst. Diese sollen voraussichtlich zum Ende des ersten Quartals vorliegen, so Selling.

Fertigstellung soll Ende des Jahres erfolgen

"Im Herbst wird die Skulptur von innen neu verschraubt", erklärt Werner weiter. Manche Schraubverbindungen zwischen den 67 Einzelteilen der Figur, würden derzeit sogar ganz fehlen. Grund hierfür sei, dass die insgesamt 40 Tonnen schweren Skulptur sich bei Temperaturveränderungen ausdehne. "Deswegen werden wir zum Beispiel auch eine Belüftung einbauen", verrät Werner.

Aufgrund der teilweise fehlenden und lockeren Schraubverbindungen, sei besonders bei den Arbeiten an den Armen der Matrosen höchste Vorsicht geboten, damit die Faust der Figur nicht herunterfalle.

Wenn die Bauarbeiten im Innenraum der Skulptur abgeschlossen sind, könnten auch die äußerlichen angegangen werden. "Wir wollen es dieses Jahr schaffen", erklärt Werner. Insgesamt werden in die Sanierung des Matrosendenkmals drei Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt investiert.

Mehr Informationen:

Nachdem 1970 zunächst nur der Sockel der Figur aufgestellt wurde, konnte 1977 die Bronzehohlfigur des Bildhauers Wolfgang Eckardt im September 1977 offiziell eingeweiht werden.Bis 1985 verfügte die Figur noch über einen Ausstellungsraum. Die beiden Matrosen sind die größte Figur, die ein DDR-Bildhauer je gemacht hat, erklärt Thomas Werner vom Rostocker Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen.Die Skulptur soll an den Kieler Matrosenaufstand von 1918 erinnern. Bei diesem hatten im November 1918 zunächst Kieler Matrosen den weiteren Kriegsdienst verweigert, da der Erste Weltkrieg bereits so gut wie verloren war.Der Aufstand der Matrosen griff wie ein Lauffeuer über, auch auf die anderen Küstenstädte. Auch in Warnemünde kamen damals Schiffe der Meuterer an.Letztlich lösten die Aufstände der Matrosen die Novemberrevolution aus und führten zum Ende des Kaiserreichs und der Gründung der Weimarer Republik.