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Petition Rostock: Orthopädie bald ein Denkmal?

Von CLLA | 02.06.2017, 07:30 Uhr

Studentenwerk plant Abriss und Neubau in der Ulmenstraße. Bürger wehren sich. #wirkoennenrichtig

Das Rostocker Studentenwerk will die alte Orthopädie in der Ulmenstraße abreißen und dadurch Platz schaffen für eine neue Mensa samt Wohnheim. Doch Bewohner der Kröpeliner-Tor-Vorstadt machen gegen die Pläne mobil und haben beim zuständigen Landesamt angefragt, zu prüfen, ob das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt werden kann.

Auf der Sitzung des Ortsbeirates Kröpeliner-Tor-Vorstadt am Mittwochabend hätten sich Bewohner des Stadtteils auch noch einmal persönlich für den Erhalt des Altbaus stark gemacht. „Wir wollen das Thema deshalb auf der nächsten Sitzung mit allen Beteiligten besprechen – uns geht es auch um den unbedingten Erhalt des angrenzenden Parks“, sagt Vorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09).

Parallel dazu wurde gestern eine Online-Petition zum Erhalt der 1907 gebauten früheren so genannten Landeskrüppelanstalt Elisabeth-Heim gestartet. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Pläne des Studentenwerks“, erklärt Initiatorin Dr. Kristina Koebe. Vielmehr ginge es ihr und anderen Rostockern darum, eine Lösung zu finden, die das Heim und den Park mit der geplanten Nutzung für die Rostocker Studenten verbindet.

Doch die sieht Kai Hörig bei den bestehenden Rahmenbedingungen derzeit nicht, auch wenn der Geschäftsführer des Rostocker Studentenwerkes das Grundanliegen zum Erhalt des Gebäudes nachvollziehen könne. „Aber wir haben andere Vorstellungen – und Wohnen sowie Mensa sind im bestehenden Gebäude leider nicht zu entwickeln“, erklärt er. Mit Spannung erwartet Hörig deshalb die Entscheidung aus Schwerin. Gestern war aus der Landesdenkmalbehörde auf Nachfrage noch kein endgültiges Votum zu erfahren. Im Mai hätte es aber bereits eine Vor-Ort-Besichtigung in der Ulmenstraße gegeben.

Wie die Rostocker Stadtverwaltung auf Anfrage von Grünen-Fraktionschef Uwe Flachsmeyer erklärt, hätte es bereits 2006 eine Prüfung der ehemaligen Orthopädie gegeben. Schon damals wurde das Gebäude als nicht denkmalwürdig angesehen, heißt es in der Stellungnahme des Rathauses, das davon ausgeht, „dass auch zum heutigen
Zeitpunkt die Gründe für eine Unterschutzstellung als nicht ausreichend angesehen werden“. Sollte das Landesamt heute anders entscheiden, sei es dem Studentenwerk als Grundstückseigentümer nicht möglich, beide Nutzungen – also Mensa und Wohnen – auf dem Grundstück unterzubringen.