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Rostock Slütergemeinde in Dierkow bekommt barrierefreien Anbau

Von Aline Farbacher | 11.09.2020, 07:00 Uhr

Die Mitglieder des zuständigen Ortsbeirates stimmten bei ihrer jüngsten Sitzung dem entsprechenden Bauantrag zu.

Ein Treppe ebnet im Slüterhaus der Evangelisch-Lutherischen Slütergemeinde in der Dierkower Höhe 43 im Rostocker Stadtteil Dierkow für einige Gäste nicht den Weg, sondern macht einen Besuch des Gottesdienstes nahezu unmöglich. Mit einem barrierefreien Anbau soll sich das in Zukunft ändern. "Dass der Gemeindesaal im Obergeschoss nur über eine Treppe zu erreichen ist, stellt ein großes Hindernis für ältere und gehbehinderte Menschen dar", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates der Slütergemeinde, Eckardt Voss, auf der August-Sitzung des Ortsbeirates Dierkow-Neu. Der entsprechende Bauantrag für den Neubau fand mehrheitliche Zustimmung.

Alte Pläne lieferten Vorlage für Anbau

Einen Aufzug in das Bestandsgebäude einzubauen, sei aufgrund von Platzmangel nicht möglich, erklärte Voss. "Es bleibt keine andere Lösung als ein Anbau."

Durch eine Verbindung der beiden Gebäude soll der Gemeindesaal in Zukunft größer werden, sagte die Architektin Luisa Brockmann. Durch einen Aufzug im zweigeschossigen Anbau sei der Gemeindesaal ohne Hindernisse zu erreichen. Auch die Toiletten sollen barrierefrei werden. Zudem wird eine Küche sowie ein Büro entstehen.

Als Vorlage für die Gestaltung des Anbaus dienten alte Aufzeichnungen, so Brockmann. Denn das Slüterhaus wurde 1951 als Provisorium erbaut und sollte später zu einer richtigen Kirche ausgebaut werden, sagte Voss.

Der damalige Plan sei es gewesen, an die nordöstliche Seite des Gemeindehauses eine Kirche mit Glockenturm zu bauen, erinnert Brockmann. Das geht aus dem alten Bauantrag hervor. Der nun geplante Anbau soll zwischen das Bestandsgebäude und den bestehenden Glockenturm gesetzt werden, sagte die Architektin.

Zusätzlich wird im Laufe der Bauarbeiten der Altar umgesetzt. Denn dieser sei aktuell genordet und stünde somit falsch. Wie überall in Deutschland üblich, werde der Altar zukünftig auf der Ostseite stehen, so Brockmann.

Gremium stimmt Bauantrag zu

Ortsbeiratsmitglied Johanna Petzoldt (Grüne) fragte, ob die äußere Gestaltung des Anbaus an das bestehende Slüterhaus angepasst würde.

"Wir haben ein Bestandsgebäude, das verklinkert ist, und setzten den Neubau bewusst in Kontrast mit glatten Putzflächen", erklärte Brockmann. Zudem solle durch große Fenster nicht nur viel Licht in die Räume gelangen, sondern eine Öffnung zum Stadtteil symbolisiert werden.

"Wir fanden den Entwurf recht gut. Vor allem, dass die Thematik Brandschutz in betracht gezogen wurde, und das Gebäude barrierefrei wird", sagte der Vorsitzende des Bauausschusses des Ortsbeirates Dierkow-Neu, Gernot Liebke (Linke). Zudem sei es wichtig, dass zusätzlich Fahrradstellplätze geschaffen werden.

Dem entsprechenden Bauantrag wurde mehrheitlich zugestimmt. "Ich kann mir den Klotz an dem Haus nicht vorstellen", sagte jedoch Ortsbeiratsmitglied Ursula Krogmann (Grüne). Beiratskollegin Petzoldt stimmte ihr zu und beide enthielten sich bei der Abstimmung.

Finanziell unterstützt wird die Slütergemeinde bei diesem Bauvorhaben vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg, teilte dessen Sprecher Christian Meyer auf Anfrage mit. Zudem sei ein Antrag auf Förderung durch die Aktion Mensch geplant. Wie hoch die Kosten für den Anbau sein werden, ließe sich derzeit noch nicht beziffern, so Meyer.