Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Pro und Contra Soll das Matrosendenkmal bleiben? Diskussion im Netz

Von Katrin Zimmer | 22.01.2019, 16:23 Uhr

Das Matrosendenkmal im Rostocker Stadthafen muss saniert werden. Soll die Stadt investieren oder abreißen?

Unbedingt erhalten oder schnellstens abreißen? Seit 42 Jahren thronen die Matrosen im Rostocker Stadthafen. Jetzt müssen sie saniert werden. Bisher dachte die Stadt, dass sie rund drei Millionen Euro investieren muss. Doch poröses Material und drohendes Hochwasser lassen die Kosten steigen. Im Netz diskutieren die Facebook-Nutzer, ob das Matrosendenkmal überhaupt saniert oder dem Erdboden gleichgemacht werden soll.

"Das Matrosendenkmal ist für viele Rostocker das Denkmal. Viele finden, es gehört dazu wie Teepott und Leuchtturm", schreibt Thomas Koepcke. Es solle saniert werden, wie es die Bürgerschaft beschlossen hat. Denkmäler seien Geschichte und man solle sie pflegen.

„Das Matrosendenkmal ist für viele Rostocker das Denkmal. Viele finden, es gehört dazu wie Teepott und Leuchtturm.“
Thomas Koepcke auf Facebook

Allein am Geld könne es nicht liegen, meint Ratzie Ratzlaff: "Man kann in Rostock ja immerhin auch mit 210 Millionen fürs neue Theater planen." (Anm. d. Red.: Derzeit wird mit 110 Millionen für den Neubau des Volkstheaters gerechnet.) Nutzer Baltic Kind schlägt vor, ein Spendenkonto zu eröffnen, sollte es am Geld liegen: "Glaube mal, da würden so einige spenden!!!"

Einige vermuten sogar, dass das Matrosendenkmal absichtlich links liegen gelassen wird. "Einfach mal die Natur machen lassen, denn werden wir es schon los. Sollte im meiner Kindheit schon saniert werden und das ist auch schon paar mehr Jahre her", schreibt Tony Glockzin. Aber sobald der neue Bau dahinter auch nur einen kleinen Schaden hätte, werde sofort gehandelt. "Wird zum Schluss abgerissen wie die Mauer, um einen Wohnblock rauf zu ballern, wie am ganzen Ufer zu sehen ist", meint Anja Steinicke. "Ganz ehrlich, die Stadt will es einfach los werden um Kosten zu sparen, deshalb passiert da auch nichts", schreibt Daniel Kollmorgen.

„Ganz ehrlich, die Stadt will es einfach los werden um Kosten zu sparen, deshalb passiert da auch nichts.“
Daniel Kollmorgen auf Facebook

Auch über die politische Bedeutung des Matrosendenkmals entbrennt eine Diskussion auf Facebook. Ob den aufständischen Max Reichpietsch und Albin Köbis überhaupt eine Skulptur gewidmet werden sollte? "Nach dem zu der Zeit geltenden Recht waren es Verbrecher. Oder meinen Sie, die wurden nur so aus Jux und Dallerei hingerichtet? Meuterei wurde schon immer schwer geahndet“, erklärt Didi Dietrich Bussler. Denkmäler seien keine Geschichte, nur Ausdruck von Ereignissen. Im Falle des Rostocker Denkmals werde eindeutig Geschichtsklitterung betrieben. "Sie waren nun mal Auslöser der Novemberrevolution und deshalb haben die Matrosen ein Denkmal verdient", entgegnet Thomas Koepcke. Das seien ehrbare Motive. Ihr Mut bemerkenswert. Aber das Mal wirke wie eine stalinistische Huldigung. Und genau das hätten die beiden nicht verdient, schließt Bussler.

Wie viel die Sanierung der 1977 aufgestellten Bronze-Skulptur von Wolfgang Eckardt kosten wird, untersucht derzeit ein Berliner Statikbüro.