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Rostock Stellplatzfrust im Hansaviertel trotz Anwohnerparken

Von Aline Farbacher | 22.07.2020, 07:00 Uhr

Seit August 2019 gibt es das Gebiet H1. In der Sitzung des Ortsbeirates wurde eine erste Bilanz gezogen.

"Die Realität ist, dass es unumgänglich ist, dass sich ein Teil der Anwohner ins Halteverbot stellt", berichtete Thomas Weißenfels, Anwohner des Hansaviertels, bereits am vergangenen Freitag auf Anfrage. Denn bereits Mitte Juli hatte er sich in einer E-Mail an Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) und das Amt für Verkehrsanlagen gewandt und die Antragsstellung für den Bewohnerparkausweis kritisiert.

Vor gut einem Jahr wurde im Thünen- und Teilen des Hansaviertels das Bewohnerparkgebiet H1 eingeführt, welches durch die Thünen-, Ernst-Heydemann-Straße, die Schillingallee und die Dethardingstraße begrenzt wird. "Im Großen und Ganzen sind wir auf einem guten Weg, aber es ist kein Königsweg", zog der Leiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) der Hansestadt, Andreas Bechmann, am Dienstag auf der Sitzung des zuständigen Ortsbeirates eine Bilanz. Die Gremiumsmitglieder kritisierten vor allem die Berechenbarkeit der Kontrollen und zugestellte Rettungswege.

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Ganzheitliches Verkehrskonzept soll her

Innerhalb des vergangenen Quartals seien im Hansaviertel zirka 2400 Strafzettel ausgestellt worden, so Bechmann. Spitzenreiter seien die Schillingallee mit 548 und folgend die Strempelstraße mit 340 Verfahren. Zudem hätte es insgesamt 60 Abschleppverfahren gegeben. "Das ist schon eine ganze Menge, aber wir brauchen vor allem ein richtiges Verkehrskonzept", so Bechmann.

Denn allein mit Sanktionen sei dem Problem nicht beizukommen. Es müssten auch Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Fahrzeuge ordnungsgemäß abgestellt werden könnten. An einem belastbaren Verkehrskonzept für die gesamte Hansestadt werde derzeit gearbeitet.

Mehr Kontrollen gefordert

"Seit Einführung des Bewohnerparkens gab es immer wieder Informationen, dass es nicht ganz durchgesetzt werden kann. Es gibt Berichte, dass man weiß, wann die Kontrollen durchgeführt werden", sagte der stellvertretende Vorsitzende, Tom Rückborn (Grüne), der die Sitzung leitete.

Das wurde jedoch von Bechmann revidiert: "Wir haben ganz unterschiedliche Intervalle. Ich habe mir die Zeiten geben lassen, ob es jetzt 7.26 Uhr war oder kurz vor 20.00 Uhr, wir sind da nicht berechenbar." Den Kontrolldruck zu erhöhen würde nur kurzzeitig etwas bringen. Jedoch würden die Stellflächen rund um das Klinikum oft durch Mitarbeiter, Besucher oder Studierende zugeparkt. Das vermute auch Weißenfels. Es seien insgesamt zu wenig Stellplätze vorhanden.

"Ich bitte auch darum, dass die Kontrollen im Allgemeinen nicht nachlassen", sagte Ortsbeiratsmitglied Günter Peters (Linke). Zudem forderte er, dass der KOD zu Hansaspielen mehr Präsenz zeigen müsse. Vor allem der Platz der Freiheit und die umliegenden Straßen würden dann so zugeparkt, dass die Rettungswege nicht mehr frei seien.

Auch die Kurve an der Dethardingstraße zur Strempelstraße sei ein Problem, sagte Ortsbeiratsmitglied Mathias Lesch (Linke). Diese würde vor allem Abends oft komplett zugeparkt.

"Wir können gerne mal mit Vertretern des Ortsbeirates und Anwohnern mit Fahrrädern durch den Stadtteil fahren und sie zeigen uns die Schwerpunkte", bot Bechmann an. Der Ortsbeirat wolle hierfür schnellstmöglich einen Termin finden, so Rückborn.