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Ein Artikel der Redaktion NNN

Todesfall Rostock trauert um Christoph Kleemann

Von Stefan Homann | 29.10.2015, 12:00 Uhr

Rostocks erster frei gewählter Bürgerschaftspräsident ist gestern im Alter von 71 Jahren gestorben.

Im Herbst 1989 schlug Christoph Kleemanns Stunde: Er war einer der Motoren der friedlichen Revolution in der Hansestadt Rostock und Sprecher des Runden Tisches. Nachdem SED-Mann Henning Schleiff das Rathaus geräumt hatte, übernahm er den Posten als amtierender Oberbürgermeister und brachte Rostock auf den Weg zu freien Wahlen.

Gestern ist Christoph Kleemann im Alter von 71 Jahren gestorben. Die Nachricht von seinem Tod löste große Trauer aus. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) und Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke) würdigten Christoph Kleemanns großes Engagement für die Demokratie in der Hansestadt. Sie erklärten: „Er hat sich nicht gescheut, auch in schweren Zeiten die Last großer Verantwortung zu schultern.“ Bei Christoph Kleemann sei die Wahrheit nie dröhnend dahergekommen, sondern meistens leise. Der Studentenpastor Christoph Kleemann wurde nach der Wende Rostocks erster frei gewählter Bürgerschaftspräsident. Später half er als Leiter der Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit, das Unrecht der DDR aufzuarbeiten. Auch als Autor war Christoph Kleemann erfolgreich. In seinem Roman „Hans im Glück“ erzählte er die Geschichte eines Pfarrers, der die Diagnose Krebs erhält – und setzte sich dabei auch mit seinem eigenen Schicksal und seiner Biografie auseinander.

Ab Montag liegt im Rostocker Rathaus ein Kondolenzbuch aus.