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Bundestagswahl 2021 Rostocks Parteien wollen Kandidaten in Kürze wählen

Von Stefan Menzel | 24.08.2020, 07:00 Uhr

Mindestens drei aktuelle Bundestagsabgeordnete könnten im Rennen um die meisten Stimmen aufeinander treffen.

Mehr als ein Jahr dauert es noch, bis im Herbst 2021 die Wahlen zum 20. Deutschen Bundestag stattfinden. Doch bereits jetzt herrscht bei Rostocks Parteien rege Betriebsamkeit, denn fast alle wollen in Kürze ihre Kandidaten für das Rennen um den Einzug in den Reichstag in Berlin küren. Mehrheitlich setzen die Parteien dabei auf altbekannte Gesichter.

"Wir sind uns in Rostock einig, dass wir wieder mit Dietmar Bartsch antreten wollen", sagt Co-Kreisvorsitzende Eva-Maria Kröger von den Linken. Der aktuelle Bundestagsabgeordnete, der seit 2015 Teil der Fraktionsdoppelspitze im Parlament ist, soll zudem auf der Landesliste der Partei auf Platz 1 kandidieren. Damit dürfte seinem erneuten Einzug in das Berliner Parlament kaum etwas entgegenstehen.

Grüne sind noch unentschieden

Anders sieht es jedoch bei den Grünen aus: Laut Uwe Flachsmeyer, Fraktionschef in der Bürgerschaft, wäre noch keine Entscheidung auf einen Kandidaten gefallen. "Wir werden Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres über eine Kandidatin oder einen Kandidaten entscheiden", so Flachsmeyer weiter.

Als erste der Parteien haben die Grünen jedoch ihre Landesliste für die Bundestagswahl am Sonnabend in Güstrow aufgestellt. Einziger Rostocker auf der vier Personen umfassenden Kandidatenliste des Landesverbandes ist Bürgerschaftsmitglied Andreas Tesche (Platz 4). Ein weiterer Rostocker, der Kabarettist Christopher Dietrich, scheiterte in einer Kampfabstimmung im Rennen um Platz 2 knapp an Konkurrentin Katharina Horn aus Greifswald. Bei den Grünen gelten nur die vorderen beiden Plätze als aussichtsreich für einen Einzug in den Bundestag.

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CDU und FDP wollen mit Bundestagsmitgliedern antreten

"Ich gehe davon aus, dass Peter Stein nochmal antritt", sagt Daniel Peters, CDU-Kreisvorsitzender. Doch bisher habe er sich zu einer erneuten Kandidatur nicht geäußert, was er jedoch im Gespräch mit der NNN-Redaktion nachholt: "Ich möchte sehr gern im Bundestag bleiben", so Stein. Der Rövershäger muss sich jedoch wie die Kandidaten der Konkurrenz erst noch einer parteiinternen Abstimmung stellen. Laut Peters soll diese wahrscheinlich im Oktober erfolgen.

Auch bei der FDP tritt aller Voraussicht nach der bisherige Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold in der Hansestadt noch mal an. Jedoch stehe das noch nicht fest. "Aber wenn wir ihn fragen werden, dann kandidiert er auch", ist sich Christoph Eisfeld, FDP-Bürgerschaftsmitglied, sicher.

Die SPD geht mit Gewerkschafterin ins Rennen

Bisher einzige Kandidatin bei der SPD ist laut Kreisvorsitzendem Julian Barlen die Geschäftsführerin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Katrin Zschau. Sie soll auf einem Kreisparteitag im November gewählt werden. Über die Landesliste wollen die Sozialdemokraten im Frühjahr entscheiden.

Die AfD muss zunächst Kreisvorstand neu wählen

Im Gegensatz zu anderen Parteien wirkt die AfD in der Hansestadt noch reichlich unsortiert. Denn noch immer gibt es keinen regulären Kreisvorstand. Nachdem der Landesvorstand das Rostocker Gremium Ende Mai absetzte, leitet seitdem ein Notvorstand die Rechtsaußenpartei. Doch der stellvertretende Übergangskreisvorsitzende Werner Moltzen zeigt sich überzeugt: "Bis Ende des Jahres werden wir unsere Kandidaten für Rostock aufstellen." Doch zunächst müsse ein Parteitag einen regulären Kreisvorstand wählen.

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