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Bilanz Rostock zieht positives Radel-Fazit

Von Katrin Zimmer | 09.06.2017, 05:00 Uhr

Aktion Stadtradeln verzeichnet erneut Teilnehmerplus. Schornsteinfeger Jörg Kibellus schafft mehr als 1100 Kilometer in drei Wochen #wirkoennenrichtig

Drei Wochen lang hat Schonsteinfegermeister Jörg Kibellus beruflich wie in der Freizeit auf das Auto verzichtet und stattdessen alle Wege mit dem Rad absolviert. Zwar freiwillig, aber auch motiviert durch die bundesweite Aktion Stadtradeln hat der 35-Jährige 1127 Kilometer zurückgelegt und so 160,1 Kilogramm CO2-Emissionen eingespart.

„Klar gab es auch mal schlechte Tage, wenn es geregnet hat, aber insgesamt kann ich ein positives Fazit ziehen“, sagt Kibellus. So sei das Radfahren nicht nur umweltschonend – passend zum Beruf – sondern auch stressfreier, meint der Schornsteinfeger aus der Steintor-Vorstadt. „Man bekommt so richtig den Kopf frei“, sagt Kibellus. Gerade in der Innenstadt, wo Pkw-Parkplätze Mangelware sind, sei es häufig von Vorteil gewesen – „und auch die Kunden waren begeistert, wenn der Schornsteinfeger mit dem Fahrrad auftaucht“, so der 35-Jährige. Das 50 Kilogramm schwere mit Elektromotor unterstützte Lastenrad hat der Rostocker aber nicht extra für die Aktion angeschafft. Zum Firmen-Fuhrpark gehören bereits mehrere Exemplare, auf denen Trittleiter, Werkzeuge und Kehrgeräte Platz finden. Auch nach Ende des Stadtradelns will der Meister sich und sein Team weiter zum Radeln anspornen.

Vom 7. bis 27. Mai hat sich Rostock bereits zum achten Mal an der bundesweiten Klimabündnisaktion beteiligt. „Insgesamt sind 2263 Radler in 101 Teams geradelt“, bilanziert Mitorganisator Eric Bachmann vom Umweltamt. Das seien 57 Teilnehmer und 20 Teams mehr als im Vorjahr. In den drei Wochen haben die Rostocker zusammen 293 542 Kilometer erradelt – eine Strecke sieben Mal so lang wie der Äquator – und damit etwa 41,7 Tonnen CO2 eingespart. „Das Stadtradeln ist eine so geniale Idee zur Motivation der Fahrradnutzung und die riesige Beteiligung zeigt einfach: Das Fahrrad ist ein wichtiges Fortbewegungsmittel einer modernen Stadt“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) rückblickend. So wolle er alle Teilnehmer, aber auch andere Rostocker animieren, weiterhin das Rad zu nutzen, um die Stadt noch lebenswerter zu machen. Ziel für das Stadtradeln 2018: „Noch mehr Mitradler gewinnen“, sagt Bachmann.