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IGA-Park Chefs legen Zehn-Punkte-Plan zur Belebung vor

Von Claudia Labude-Gericke | 08.11.2018, 20:00 Uhr

Die Chefs des IGA-Parks haben zehn Ideen, wie die Schmarler Anlage künftig mehr und besser genutzt werden kann.

Mehr tägliche Nutzer, Konzertgäste und Museumsbesucher - das ist nur ein Ziel des Zehn-Punkte-Plans, den sich die amtierenden IGA-Chefs Kathrin Möller und Matthias Horn überlegt haben, um die Parkanlage zu beleben. Das detaillierte Konzept beleuchtet alle Teile des früheren Gartenschau-Geländes, ist vom Aufsichtsrat der IGA GmbH bereits bestätigt und soll voraussichtlich im Dezember innerhalb der Bürgerschaft besprochen werden. Hier die Punkte im Überblick:

1. Öffnung und Eintritt

"Wir müssen die Abschottungspolitik beenden", sagt Matthias Horn. Sollte die Bürgerschaft dem Plan zustimmen, fällt ab Januar der Eintritt weg. "Denn auch ein Euro ist eine Barriere", so der Interims-Geschäftsführer. Der Zaun bleibt erhalten, wird aber tagsüber an allen Eingängen geöffnet.Im Strandbereich am Warnowufer wird er ganz demontiert.

2. Gärtnerischer Anspruch

Das Gelände sei immer noch zu sehr auf Gartenausstellung ausgelegt. "Aber Pflanzentouristen sind im Botanischen Garten besser aufgehoben", sagt Horn. Der IGA-Park müsse robusteres Grün erhalten, was auch den Pflegeaufwand verringere. Elemente wie der Rhododendronhain bleiben erhalten, aber der 15 Jahre alte Rosenhang, der sowieso neu gemacht werden müsste, soll verschwinden.

3. Bebauung

Zur Reduzierung der zu pflegenden Parkfläche gehöre auch die Bebauung. Dafür sind drei Baufelder entlang des Dorfes Schmarl vorgesehen, die aktuell Streuobstwiesen wären, laut Horn aber schon seit 2002 für Wohnungsbau angedacht sind. Dort könnten insgesamt 12 bis 14 Häuser entstehen. "Wir reden von Einfamilienhäusern oder Stadtvillen und nicht von Flächenbetonierung", so der IGA-Chef. Für die Erschließung des Geländes würde die bereits vorhandene Straße genutzt. Den Bereich Hamburger Tor sieht Horn dagegen nicht für Wohnbebauung geeignet. Vielmehr müsse auch an ein Hotel oder ein Gewerbezentrum gedacht werden. Die Bauflächen in direkter Nachbarschaft liegen allerdings nicht in Verantwortung der IGA GmbH, sondern bei der Stadt. Laut des Geschäftsführers gebe es diesbezüglich aber Gespräche mit dem Rathaus und der Wirtschaftsförderung - auch über die Idee der kombinierten Eis- und Schwimmhalle.

4. Drittanbieter

"Wir müssen den Park für Dritte öffnen, zum Beispiel touristische Anbieter aller Art", sagt Horn. Er könnte sich auf dem Gelände zum Beispiel einen Wakeboard-Pool vorstellen, wie ihn das Rostocker Unternehmen Supreme Surf zur Vermietung für Events anbietet. Die Geschäftsführung gehe derzeit aktiv auf Anbieter zu. "Aber wir können von denen nicht verlangen, etwas zu tun, sondern müssen auch die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen", erklärt er.

5. Umweltbildung

Dieser Bereich führe im Park derzeit ein Schattendasein und soll komplett neu strukturiert werden. Laut des IGA-Chefs könnten die Aktivitäten - derzeit etwa 80 Veranstaltungen im Jahr - locker verdoppelt werden.

6. Radfahrer/Hundebesitzer

Plan ist, ab kommendem Jahr das Radfahren im Park auf bestimmten Strecken zuzulassen. Aktuell müssten Radler das Gelände umfahren, obwohl die Wege des Geländes von der Breite her eine solche Nutzung zulassen würden. Auch für Hundebesitzer soll der Park geöffnet werden. Allerdings gelte für die Vierbeiner Leinenzwang und es soll an ein oder zwei Stellen ausgeschilderte Hundewiesen geben. Sollte sich nach einer gewissen Testlaufzeit herausstellen, dass diese Öffnung zu Problemen führt, sei es laut Matthias Horn kein Problem, die Parkordnung wieder zu ändern.

7. Verwaltungsflächen

Die Verantwortlichen wollen die aktuellen Container und restliche Bauten auf dem Gelände konzentrieren und effektiver als bisher nutzen. Dafür soll die Parkverwaltung ins unmittelbare Bühnenumfeld umziehen.

8. Gastronomie

Im Herbst kommenden Jahres läuft der aktuelle Gastronomievertrag aus und das Hallenhaus soll dann ausgeschrieben werden - inklusive der Versorgung des Traditionsschiffes und des Weidendoms. Der Verzicht auf Eintritt und die Öffnung des Parks sei ein wichtiger Schritt bei der Suche nach gastronomischen Anbietern, die für das Gelände derzeit nicht Schlange stehen würden.

9. Bühnenpotenzial

Nicht nur der gesamte Park, sondern auch die Bühne sei derzeit unternutzt. Laut geltender Genehmigungen wären auf dem Gelände zehn große Veranstaltungen pro Jahr mit jeweils zwischen 15000 und 20000 Besuchern möglich. 3000 davon passen unter das aktuelle Bühnenzelt. Dieses Potenzial soll besser ausgeschöpft werden - auch im Weidendom.

10. Veranstaltungsmanagement

Mit der aktuellen halben Stelle für das Veranstaltungsmanagement sei es laut Matthias Horn nicht zu schaffen, den Bereich der großen Abendveranstaltungen auszubauen. Deshalb schlägt er vor, die in der Stadt vorhandenen Kompetenzen zu bündeln und für diesen Bereich mit der Stadthallengesellschaft zusammenzuarbeiten und den IGA-Pak "als Hülle" in deren Angebot mit aufzunehmen.

Mit dem vorgestellten Konzept könne laut des Interims-Geschäftsführers auch ein Einsparpotenzial für den städtischen Haushalt erreicht werden, indem die kommunalen Zuschüsse für den Park um 10 bis 15 Prozent sinken.