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Weihnachtsbäume ade Rostocker entsorgen ihre Tannen

Von CLLA | 09.01.2018, 05:00 Uhr

Abholtermine bis Februar stehen fest. Bäume werden kompostiert. #wirkoennenrichtig

Mit geübtem Griff schleudert Henry Bobsien den Tannenbaum in das große Müllfahrzeug. Der Mitarbeiter der Rostocker Stadtentsorgung war gestern mit seinem Kollegen Enrico Eggert in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt unterwegs, um ausgediente Weihnachtsbäume einzusammeln. Probleme gab es dabei fast keine. „Nur in der Eschenstraße kamen wir beim ersten Versuch nicht durch, weil alles zugeparkt war“, sagt Bobsien.

Bis Anfang Februar kümmert sich die Stadtentsorgung im Auftrag des Umweltamtes wieder um die Entsorgung der Tannen. „Dafür setzen wir bis zu drei Teams am Tag ein“, erklärt Steffen Böhme. Wie viele einzelne Bäume am Ende der Touren durch die Hansestadt zusammenkommen, weiß der Unternehmenssprecher nicht. „Aber der Gesamtwert liegt immer bei etwa 200 Tonnen.“

Extra Autos gibt es dafür nicht. „Wir nutzen Pressfahrzeuge, die auch bei der Sperrmüllsammlung zum Einsatz kommen“, erklärt Böhme. Sobald sich die Tannen an der Öffnung stapeln, drücken die Mitarbeiter der Stadtentsorgung einen Knopf und das Schiebeschild des Fahrzeugs verdichtet die Bäume vollautomatisch, sodass am Ende drei bis fünf Tonnen Ladung hineinpassen.

Was aus den Weihnachtsbäumen wird, ist auch seit Jahren etablierte Praxis: „Sie gehen ins Kompostwerk nach Parkentin, werden dort geschreddert und in einem etwa sechs Monate dauernden Verfahren zu Kompost, der wiederum an die Bauern verkauft wird“, sagt Böhme. Als es im Rostocker Zoo noch Elefanten gab, wurden auch dorthin Tannen gebracht. „Aber keine, die vorher wochenlang in der geheizten Stube standen“, stellt der Sprecher der Stadtentsorgung klar – sondern Bäume vom Weihnachtsmarkt oder Restbestände der Tannen-Händler.

Die fleißigen Entsorger wissen auch, wie sich die Dekoration der Tannen mit den Jahren verändert hat, auch wenn die Bäume, um mitgenommen zu werden, abgeschmückt sein müssen. „Es wird kaum noch Lametta benutzt“, sagt Böhme. Stattdessen sehen sich die Männer einem neuen Problem gegenüber: „Für uns ist entscheidend, dass die Bäume nicht in Kunststoff verpackt sind“, erklärt der Firmensprecher. Immer wieder würden Tüten um den Baum gewickelt, um beim Heruntertragen das Treppenhaus nicht vollzunadeln oder sich nicht zu piken. „Das ist ja auch okay, aber der Kunststoff muss entfernt werden, da er sonst den Kompostierungsprozess verhindert“, stellt Böhme klar.

Die Abholtermine für Rostock

• Die Bewohner der Kröpeliner-Tor-Vorstadt haben noch einmal am 22. Januar Gelegenheit, ihren Tannenbaum kostenlos durch die Stadtentsorgung abholen zu lassen.

• Hier die Termine für die Rostocker Stadtteile: Reutershagen und Gartenstadt: 9. und 23. Januar; Biestow, Südstadt, Evershagen und Lütten Klein: 10. und 24. Januar; Lichtenhagen, Diedrichshagen und Warnemünde: 11. und 25. Januar; Stadtmitte 12. und 26. Januar; Brinckmansdorf 15. und 29. Januar; Schmarl und Groß Klein: 16. und 30. Januar; Hansaviertel, Dierkow und Kassebohm: 17. und 31. Januar; Hinrichshagen, Hinrichsdorf, Hohe Düne, Jürgeshof, Krummendorf, Markgrafenheide, Nienhagen, Peez, Stuthof, Torfbrücke, Wiethagen, Langenort, Petersdorf und Toitenwinkel: 18. Januar und 1. Februar; Gehlsdorf: 19. Januar und 2. Februar

• Die Tannenbäume müssen abgeschmückt, unverpackt und zu den jeweiligen Terminen an den Abfallbehälterstellplätzen bereitgestellt werden.