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Südstadt Rostocker reisen zum Papst

Von Maria Pistor | 19.09.2011, 07:40 Uhr

Erstmals kommt Papst Benedikt XVI.

am Donnerstag zum offiziellen Staatsbesuch nach Deutschland. Der Pontifex besucht vom 22. bis 25. September Deutschland und macht Station in Berlin, Thüringen und Freiburg. Mit großer Spannung werden seine Rede im Bundestag und der große Gottesdienst im Berliner Olympiastadion erwartet. Auch Rostocker werden zur Heiligen Messe ins Stadion fahren. Darunter die 15-jährige Elisabeth Gordalla. "Für viele Katholiken ist der Papst der wichtigste Mensch auf der ganzen Welt", sagt die Don-Bosco-Schülerin, die zu der Gruppe gehört, die morgen mit Religionslehrerin Christina Innemann zur Heiligen Messe aufbricht. Als Katholikin ist ihr das ein Bedürfnis.

Allerdings ist es an der Schule keine Bedingung, katholisch oder gläubig zu sein. Aus dem Grund fährt auch die konfessionslose Rieke Warnke mit. Als Teilnehmerin des Wegweiser-Projektes der Schule, das sich mit dem Glauben und Religionen beschäftigt, findet es die 14-Jährige spannend, sich selbst ein Bild vom Oberhaupt der katholischen Kirche zu machen. "Deshalb fahre ich mit", sagt sie. Wie die anderen will sie erleben, wie sich das Großereignis für Katholiken anfühlt, sie möchte sich eine Meinung über Papst und Kirche bilden und eine besondere Gemeinschaft erleben.

"Mir war es wichtig, dass das Angebot offen ist für Jugendliche, die keinen Bezug zum Papst haben oder ihm eher kritisch gegenüberstehen", sagt Religionslehrerin Christina Innemann, die seit August parallel als katholische Theologin an der Christusgemeinde im Häktweg tätig ist. Für sie und andere wird durch den Besuch des Pontifex in Berlin ein Stück katholische Weltkirche erlebbar.

Die Beweggründe zur Mitfahrt sind unterschiedlich: "Ich fahre nach Berlin, weil der Papst für mich eine wichtige Identifikationsfigur ,meiner’ katholischen Kirche ist", sagt Innemann. "Mit meiner Anwesenheit zeige ich einerseits Solidarität mit dem Heiligen Vater, andererseits ist es sehr schön, ein Gemeinschaftsgefühl mit Tausenden anderer Katholiken zu erleben", ergänzt sie.

Die Schüler denken im Zusammenhang mit dem Papst über Verschiedenes nach. "Wir würden dem Papst auch nicht jede Frage stellen, selbst wenn wir dazu die Gelegenheit hätten", sagt Elisabeth. "Das ist eine Frage des Respekts, schließlich ist der Papst als Stellvertreter Gottes eine zu wichtige Person", sagt sie. Aber wie das Oberhaupt der katholischen Kirche wirkt, wie er rüberkommt und was er sagt, das interessiert Elisabeth, Rieke und die anderen.

Als Katholikin ärgert sich Innemann über Kommentare von Nichtgläubigen über das Kirchenoberhaupt. "Ich denke, da spielen viele Vorurteile hinein", sagt sie. "Denn in seinem Amt für die Katholische Kirche ist der Papst nicht dafür da, jedem nach dem Mund zu reden, sondern zu verkünden, was wichtig für die Institution Katholische Kirche ist", sagt sie. "Wir Katholiken sind bei allem, was der Papst sagt, angehalten, unser eigenes Gewissen kritisch zu hinterfragen und eigene Entscheidungen zu fällen", sagt sie. Innemann vermutet: Alle werden mit starken Eindrücken zurückkehren, egal ob sich ihr Bild vom Papst bestätigt oder verändert.