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Wintersport Ein Rostocker Shorttracker in der NHL

Von Peter Richter | 06.11.2019, 17:01 Uhr

Wenn auch nur als Zuschauer: Adrian Lüdtke erlebte die Montreal Canadiens. Ab Freitag läuft er beim zweiten Weltcup.

Inzwischen ist das deutsche Shorttrack-Sextett von Salt Lake City (USA/Utah) zur zweiten Weltcup-Station in Montreal (Kanada) weiter- und vom „Red Lion“ ins Auberge Royal Versailles Hotel umgezogen. Gewechselt hat auch der Zimmerpartner von Nationalmannschafts-„Anführer“ Adrian Lüdtke: Erst war es Christoph Schubert, jetzt ist es Yanghun Ben Jung. Kein Problem, der junge Mann vom ESV Turbine Rostock kennt beide Dresdner vom Trainingsalltag in der sächsischen Hauptstadt praktisch in- und auswendig.

Was indes Schwierigkeiten bereitete, waren die nicht zu öffnenden Fenster im „Red Lion“. Lüdtke berichtet: „Wir konnten leider nur die Klimaanlage nutzen, und durch die trockene Luft und Höhenlage ist da der Rachenbereich immer sehr anfällig. Ich habe aber seit Neuestem meinen kleinen Inhalator dabei, um meine Atemwege geschmeidig zu halten.“

Zum WC-Auftakt in Salt Lake City kam für den seit kurzem 21-Jährigen auf den 500 Metern das Aus bereits in der Vorrunde. Deutlich besser lief es über die 1500 Meter: „Das Viertelfinale war ein gutes Race, in dem ich u. a. einen der Chinesen geschlagen (Dritter in 2:14,972 Minuten vor Wenlong Li/2:15,070 – d. Red.) und mich für das Halbfinale qualifiziert habe. Dort bin ich genauso schnell gelaufen wie der Rest. Ich ärgere mich im Nachhinein, dass ich nicht mehr aktiv gemacht habe. Aber daran arbeiten wir die nächsten Wettkämpfe“, so Adrian über seinen siebenten und letzten Platz in diesem sehr engen Rennen. Insgesamt belegte er auf der längsten Einzel-Distanz Rang 20.

Die deutschen Staffeln, in denen Lüdtke ebenfalls zum Einsatz kam – 2000 m Mixed mit Jung sowie den Dresdnerinnen Anna Seidel und Gina Jacobs, 5000 Meter Männer mit Jung, Schubert sowie dem Münchner Leon Kaufmann-Ludwig –, waren wie erwartet chancenlos.

Von Freitag bis zum Sonntag geht es nun in der größten Stadt der kanadischen Provinz Quebec mit „ISU Worldcup-2“ weiter. Dort startet der Rostocker über 1000 und abermals 1500 Meter.

Neben den Vorbereitungen darauf fand das Team von Bundestrainer Stuart Horsepool auch Zeit für ein bisschen Zerstreuung: Am Dienstagabend waren die deutschen Kurzbahn-Eisschnellläufer zu Gast beim NHL-Eishockey-Match zwischen den Montreal Canadiens und den Boston Bruins. Sie erlebten einen 5:4-Sieg der Gastgeber, und Adrian Lüdtke schwärmte: „Das war megacool, super Stimmung bei 20 000 Besuchern und einem klasse Spiel!“

Lotti Häupl läuft deutliche Bestzeit

Für die jungen Shorttracker/innen des ESV Turbine Rostock gab es zwar beim ersten Starclass-Wettkampf der Saison für die C- und D-Jugend in Bergamo nur maximal Mittelfeldplätze, doch das hat auch etwas damit zu tun, dass einige der Talente jetzt erst mal wieder dem jüngeren Jahrgang angehören. „Sie sind über die langen Strecken alle taktisch sehr gut gelaufen, haben die Rennen auch aktiv mitgestaltet“, lobt Trainerin Ivonne Bolt ihre Schützlinge. Für die C 1 seien bisher die 1000 Meter längste Strecke gewesen. Jetzt sind es die 1500: „Das kennen sie ja noch gar nicht und machten es super.“

Willi Harder und Bent Schoob, ihre beiden älteren C-Junioren, hob Ivonne Bolt „auch vom Läuferischen her“ ebenso hervor wie „Küken“ Lotti Häupl: „Sie hat sich von Tag zu Tag gesteigert und ist am Ende – und zwar keineswegs durch Glück – Zwölfte über 777 Meter geworden, dabei sogar eine deutliche Bestzeit gelaufen (1:24:878 Minuten – d. Red.), obwohl dort kein ,Blitzeis‘ war.“

Ergebnisse

Ladies Junior D (36 Teilnehmerinnen): 18. Kassandra Lotta Häupl (777 m 12.)

Ladies Junior C (41): 19. Franziska Zander (500 m 13.), 33. Leoni Hellwig, 34. Silja Gustavs, 38. Elin Kalk, 39. Helene Pensky

Men Junior C (44): 21. Bent Schoob (500 m 18.), 27. Wilhelm Friedrich Harder, 38. Hannes Enger, 39. Louis Ross