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Rostock Rostocker Urkunden werden restauriert

Von Juliane Hinz | 01.12.2010, 01:29 Uhr

Rostocks historische Dokumente bekommen eine Finanzspritze.

Der Bund sowie die Kulturstiftung der Länder unterstützen 31 Archive und Bibliotheken bundesweit, darunter vier Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt werden 600 000 Euro vergeben.

In Rostock werden das Stadtarchiv und die Universitätsbibliothek davon profitieren können. Etwa 10 000 Euro gehen an das Stadtarchiv unter anderem zur Restaurierung von 20 hansischen Urkunden des 14. bis 17. Jahrhunderts. Das teilte Dr. Karsten Schröder, Leiter des Rostocker Stadtarchives, gestern mit. "Damit können wir die uns jährlich für die Erhaltung des Bestandes zur Verfügung stehenden Mittel fast verdoppeln", so Schröder weiter. Er rechnet damit, dass die Dokumente noch in der ersten Dezemberhälfte in eine Restaurierungswerkstatt gebracht werden können.

Die mittelalterlichen Pergamente sollen bis Ende Februar 2011 gesäubert sowie schonend konserviert und restauriert werden. Vor allem die vielen beschädigten und zum Teil sogar zerstörten Siegel sollen dabei im Fokus stehen, hieß es vom Rostocker Stadtarchiv.

Die Einrichtung investiert einen Teil der Fördermittel aber auch in die Zukunft. So sollen Digitalaufnahmen der Urkunden angefertigt werden. Darüber hinaus werden spezielle Aufbewahrungsverhältnisse angefertigt. "Es liegt in unserem Interesse, die mühsam geretteten Stücke nicht durch Staub und andere Umwelteinflüsse sowie durch die rege Benutzung wieder in Gefahr zu bringen", sagt Schröder. Denn jede Restaurierungsmaßnahme greife die Substanz des Jahrhunderte alten Materials an. "Deshalb gehören vorausschauende Schutzmaßnahmen zu jedem fachgerechten Restaurierungsprogramm", so Schröder. Neben dem Stadtarchiv kommt auch die Uni-Bibliothek Rostock in den Genuss von Fördermitteln aus Berlin. Auch hier können etwa 10 000 Euro zum Erhalt wertvoller Dokumente eingesetzt werden. Mit dem Geld sollen 20 Bände der Bibliothek des Herzogs Johann Albrecht I. zu Mecklenburg restauriert werden, teilte die Uni-Bibliothek mit.

Die Bücher aus dem 16. Jahrhundert gehören zu den juristischen Bänden der großen herzoglichen Sammlung, wie Stefan Siebert, Dezernent aus der Uni-Bibliothek, erklärte. Darin seien Gesetzestexte der damaligen Zeit zusammengefasst. Sie sind durch falsche Lagerung zum Teil schwer beschädigt. Einbände sind gelöst, Schimmelbefall und Wasserflecken zu bekämpfen. Die Uni-Bibliothek zählt in ihrem Bestand etwa 200 000 Bücher, die vor 1800 erschienen sind. Der Bedarf an Mitteln für die Restaurierung der historischen Quellen ist daher groß, so Siebert. Wie das Stadtarchiv investiert die Uni-Bibliothek jährlich etwa 20 000 in Restaurierungsmaßnahmen.