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Wasserturm Rostocker Wahrzeichen wird saniert

Von Joachim Mangler | 07.05.2018, 12:00 Uhr

Kampf gegen die Feuchtigkeit: Wasserturm wird umfangreich in Schuss gebracht.

Die Rodungsarbeiten beim Wasserturm in der Rostocker Bahnhofsvorstadt machen es deutlich: Die umfangreiche Sanierung eines der Wahrzeichen der Hansestadt steht kurz vor dem Start. Am Montag übernächster Woche wird das Gerüst aufgestellt, in den kommenden zwei Jahren soll die äußere Hülle des Bauwerks repariert werden. Seit Jahren dringt Feuchtigkeit in das Mauerwerk. „Die Sanierung in den 1990er-Jahren war nicht richtig verlaufen“, sagte die Chefin des für die kommunalen Immobilien zuständigen Betriebs KOE, Sigrid Hecht. Die Fugen in der Klinkerfassade seien undicht, mit jedem Frost würden die Steine wackeliger und fielen runter.

Der Wasserturm wurde 1903 in der damals üblichen Mauerwerksbauweise errichtet und nimmt Bezug auf das von dem Architekten Gottlieb Ludwig Möckel (1838-1915) entworfene Ständehaus. Dort ist heute das Oberlandesgericht untergebracht. „Mit seinen sieben Türmchen und den sechs Zwischengiebeln ist der Turm ein repräsentatives Beispiel für neogotische Backsteinkunst“, berichtet Hecht. Bis 1959 war der Wasserturm in Betrieb. Dabei konnte der Stahlbehälter im Inneren 800 Kubikmeter Wasser fassen.

„Der Turm ist ein wichtiges Wahrzeichen für Rostock, der auch schon als Wahrzeichen gebaut wurde“, bestätigte der Leiter des Kulturhistorischen Museums, Steffen Stuth. Es war ein hochmodernes technisches Gebäude, mit dem sich die Stadt nach außen darstellte. „Es ist aus dem Stadtbild nicht wegzudenken.“ Es sei auch typisch für das frühe 20. Jahrhundert gewesen, technische Gebäude aufwendig in ein ästhetisches Gewand zu kleiden, „deshalb diese imponierende Schmuckfassade“.

Heute dient der Turm als Depot für das Kulturhistorische Museum, etwa für empfindliche Gemälde oder Möbel. Fehlendes Tageslicht, konstantes Klima im Innenraum sowie ein hoher Grad an Einbruchssicherheit böten ideale Bedingungen für empfindliche Kunstgüter. „Während der Arbeiten bleiben die Kunstwerke im Turm“, sagte Hecht. Er werde mit einem beheizbaren Gerüst ummantelt, um mit warmer Luft von außen getrocknet zu werden. Dann erst gibt es die Bestandsaufnahme der historischen Steine, um zu schauen, wie viele von ihnen originalgetreu hergestellt werden müssen. Die vorläufigen Baukosten liegen bei rund 3,2 Millionen Euro.