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Guten Morgen Rostock Die Allwettertaube vom Dach gegenüber

Von Aline Farbacher | 19.10.2020, 10:03 Uhr

Das gefiederte Tier trotzt allen Unannehmlichkeiten, stellt NNN-Redakteurin Aline Farbacher in der Kolumne zum Tag fest.

Jetzt ist es fast vollbracht. Das Haus in meinem Hinterhof ist bald nur noch Schutt und Asche. Die meisten der Tauben sing längst ausgezogen, haben sich eine neue Bleibe gesucht. Eine harrt jedoch vehement aus. Und das, obwohl das Wetter draußen derzeit alles andere als gemütlich ist. Wie ein Fels in der Brandung sitzt sie auf dem Dach gegenüber und schläft ungeachtet dessen, dass um sie herum der Wind über die Häuser fegt und das Wasser auf ihr Tauben-Gefieder prasselt.

Ab und an besuchen sie andere Artgenossen. Ich vermute, um zu fragen wie es ihr so geht und wann sie nachkommt ins neue Zuhause. Doch sie bleibt. Sogar letztens, als aus dem Dachfenster des von ihr bevorzugten Hauses Böller geschmissen wurden und Lichter hervor sprühten. So viel Heimatliebe - oder Sturheit - man darf es nennen wie man mag, imponiert mir.