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Südstadt Rostocks wilde Sperrmüllflächen

Von Caroline Weißert | 06.11.2012, 06:57 Uhr

Die Rasenfläche zwischen Pawlow- und Nobelstraße ist ein bekannter Ort, um seinen unliebsamen Hausrat loszuwerden.

Überall in Rostock lassen sich solche Müllberge entdecken - teils sind sie angemeldet und verschwinden am kommenden Tag wieder, teils sind sie illegal und bleiben über Wochen liegen. Sehr zum Ärger der Anwohner: "Ich finde es traurig, dass die Dinge einfach so weggeworfen werden - viele Stücke sind noch sehr schön und zu schade für den Müll", sagt Wiebke Schmidt. Diese hat gerade einen alten Schaukelstuhl auf dem Sperrmüll entdeckt. "Den nehme ich mit und arbeite ihn wieder auf - ein schönes Stück", erklärt die Studentin.

Um der Müllberge Herr zu werden, setzt die Stadt Bundesfreiwilligendienst-Leistende ein. In diesem Jahr fahren drei von ihnen mit dem sogenannten Klarschiffmobil des Amtes für Umweltschutz durch die Stadt und sammeln den illegal abgelegten Müll wieder ein. Besonders Altautos seien höchst umweltgefährend, sagt Thomas Schmidt, Sachbearbeiter der Abteilung Abfallwirtschaft in Rostock. In jedem Jahr werden 30 bis 40 verlassene Autos aufgefunden - oft enthalten diese noch Altöl, Benzin und Bremsflüssigkeit. Stoffe, die ins Grundwasser sickern und die Umwelt schädigen. "Die illegale Entsorgung von Unrat belastet den Rostocker Haushalt jährlich mit bis zu 15 000 Euro", sagt Schmidt.

Dabei sei die Anmeldung von Sperrmüll kostenlos und unkompliziert. Am Vortag seines Entsorgungstermins stellt der Bürger den Sperrmüll an den Straßenrand und schon am kommenden Tag wird er von der Stadtentsorgung abgefahren. Steffen Böhme, Sprecher der Rostocker Stadtreinigung, weist darauf hin, dass seine Firma den Sperrmüll nicht einfach so mitnehmen dürfe. "Wir müssen vom Amt für Umweltschutz oder den Bürgern beauftragt werden und dürfen nicht einfach alles mitnehmen, was am Straßenrand steht", erklärt Böhme.

Sollte jemandem eine scheinbar wilde Sperrmüllfläche auffallen, kann sich der Betroffene an das Umweltamt wenden, oder die in diesem Jahr eingerichtete Internetseite Klarschiff nutzen. Seit April diesen Jahres ist das Portal freigeschaltet - seitdem gingen bereits 1 500 Meldungen ein. Diese werden geprüft und an die entsprechenden Stellen weitergeleitet. Die Stadtentsorgung beseitigt den Unrat - so werdem Rostocks Straßen etwas sauberer.