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Norddeutsche Neueste Nachrichten Rot-rote Zukunft

Von Christoph Slangen | 25.08.2009, 05:26 Uhr

Mit Deutschland-Plan und Merkel-Attacken hat die SPD-Führung sich bemüht, Schwung in den Wahlkampf zu bringen.

Hier die Inhalte, dort die Zuspitzung auf die Personen - beides hat nicht recht verfangen. Eine der letzten Hoffnungen ruht jetzt auf diesem Wahlsonntag. Wenn CDU-Ministerpräsidenten stürzen, SPD-Nachfolger installiert werden - das wäre ein sichtbarer Beweis dafür, dass die Sozialdemokraten die Siegerstraße nicht auf immer verlassen haben. Der Preis wäre hoch - immer gesetzt den Fall, dass die derzeitigen Umfragen die Realitäten der Wahlen in fünf Tagen richtig abbilden. Die Linkspartei würde zum Königsmacher, die SPD in Thüringen womöglich gar nur Juniorpartner. Für das Selbstverständnis der 140-jährigen Sozialdemokratie ein schwerer Schlag. Doch mit der Schlüsselrolle der Linkspartei auf Länderebene hat man sich längst abgefunden. Die einzige Brandmauer, die gegen rot-rote Zusammenarbeit noch existiert, steht auf Bundesebene. Parteichef Müntefering und Kanzlerkandidat Steinmeier, mag man noch abnehmen, dass sie bei der Bundestagswahl 2009 kein Bündnis mit der Linkspartei eingehen werden. Doch viel länger wird diese Festlegung nicht halten. Die vielfachen Bestrebungen auf Länderebene ebnen den Weg auch für rot-rote Bündnisse auf Bundesebene. Das Führungspersonal, das sich bereits jetzt für die Zeit nach Müntefering und Steinmeier in Position bringt, ob Andrea Nahles oder Klaus Wowereit, setzt auf Links als Machtoption.