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Rudern Hannes Ocik: Die Luft wird dünner

Von Peter Richter | 14.11.2018, 17:14 Uhr

Sonnabend startet auch der Deutschland-Achter beim Rennen BaselHead. Peter Richter sprach mit Schlagmann Hannes Ocik.

BaselHead, das ist für die Ruderer des Deutschland-Achters, des Weltmeisters – so auch für Schlagmann Hannes Ocik – ein Mittelding zwischen Saisonausklang und -auftakt, Trainingseinheit im Wettkampfgewand wider die Eintönigkeit ebenso wie „Einnahmequelle“. Redakteur Peter Richter befragte den für die Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 startenden Rostocker.

Hannes, wie geht es Ihnen, sind Sie gesund?

Das ja, aber die Hände tun weh, die Oberflächen sind relativ rau. Wir befinden uns seit 22. Oktober wieder im Training und mittlerweile bei wöchentlich 20 Stunden bzw. 150 bis 160 Ruder-Kilometern, dazu dreimal Kraft plus Gymnastik. Bundestrainer Uwe Bender hat uns gleich zum Anfang mit einer straighten (klaren, direkten – d. Red.) Ansage etwas überrascht, dass jetzt ein strafferer Wind wehen wird, denn es sei nur noch ein Dreivierteljahr bis zu den Weltmeisterschaften 2019 in Linz, und da ist ja schon Olympia-Qualifikation. Das heißt, dort fällt die Entscheidung, ob Deutschland mit der Bootsklasse Achter 2020 in Tokio dabei sein wird.

Das dürfte den Konkurrenzkampf sofort noch mal extra angefeuert haben.

Ja, es ist ganz schön was los hier in Dortmund. Das Niveau ist auf jeden Fall schon angestiegen. Wir sind jetzt 24 Leute in der Gruppe. Das schaukelt sich ein bisschen hoch. Die Luft wird dünner. Ich will nicht sagen, es gibt ein Hauen und Stechen, aber jeder will sich in Position bringen und muss gucken, wo er bleibt. Aber ich kann damit umgehen.

Also gewinnt BaselHead noch an Bedeutung?!

Dieser spezifische Wettkampf ist natürlich auch eine willkommene Abwechslung zum tristen Trainingsalltag, eine körperliche Belastung in anderer Form statt wie hier immer den Kanal auf und ab zu rudern. Aber es ist auch eine Möglichkeit, sich dem Trainer zu präsentieren, zu zeigen, ich bin dein Athlet für die kommende Saison. Und man hat natürlich schon die Kaderüberprüfung am 1./2. Dezember in Dortmund im Hinterkopf (2000 Meter Ergometer und 6000 m Langstrecke im „Zweier ohne“ – d. Red.).

Zu Hause in Rostock waren Sie länger nicht mehr.

In letzter Zeit superwenig, das stimmt, seit der WM Mitte September in Plowdiw nur einmal kurz. Derzeit ist der Trainingsaufwand einfach relativ groß. Aber ab 3. Dezember bin ich erst mal wieder da, um zu arbeiten (er ist als Polizeimeister bei der Landespolizei MV im Präsidium Rostock in Waldeck stationiert – d. Red.). Ab 28. 12. geht es dann mit dem Team Deutschland-Achter für zwei Wochen ins Skilager in die Schweiz nach St. Moritz.

Übersicht

Das BaselHead-Hauptrennen (Mirabaud Classic/ Sonnabend 14 Uhr/5000 Schweizer Franken für den Sieger) führt auf dem Rhein mitten durch die Innenstadt von Basel und enthält zur Hälfte der 6,4-Kilometer-Distanz eine 180-Grad-Wende.

Zur Veranstaltung gehört auch ein ebenso ungewöhnliches Format über 350 Meter (Sprint des Rois/10.30 Uhr). Am Start sind 100 Achter aus zehn Nationen.

Der Deutschland-Achter muss auf den Olympiasieger 2012 Richard Schmidt (Trier) verzichten, dem Knieprobleme zu schaffen machen. Seinen Platz nimmt Felix Brummel (Münster) ein, der mit dem „Vierer ohne“ bei den WM in Plowdiw Sechster wurde.

Drei weitere deutsche Achter starten in Basel. An Bord sind dort u. a. Max John und Steuermann Till Martini vom Olympischen Ruder-Club. Der für den Stralsunder RC fahrende Rostocker Benjamin Leibelt fällt wegen einer Handverletzung (Sehnenscheidenentzündung) aus.