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Rostock Rückseite des Schmarler Zentrums bleibt Schandfleck

Von Aline Farbacher | 07.11.2020, 06:00 Uhr

Aktuell sucht die CEV Handelsimmobilien GmbH Mieter für die Flächen. Der vordere Teils wurde bereits saniert.

Die graue Fassade verfällt, die Scheiben sind mit Graffiti beschmiert und nur noch das Schild "Allround Sport Gym" erinnert daran, dass dort einst Menschen ihre Muskeln stählten. Die Rückseite des Schmarler Zentrums im Kolumbusring im Rostocker Stadtteil Schmarl hat seine besten Tage bereits hinter sich. Im Gegensatz dazu herrscht im vorderen Teil der Immobilie reges Einkaufsgeschehen und die Fassade erstrahlt in knallorange. Erst im Sommer konnten die Sanierungsarbeiten in diesem Teil des Gebäudes abgeschlossen werden, teilte Britta Cords, Sprecherin der Eigentümerin, der CEV Handelsimmobilien GmbH, einer Tochtergesellschaft der Edeka, auf Anfrage mit. Wann auch die Rückseite des Einkaufszentrums saniert wird, sei derzeit ungewiss.

Neue Betreiber sind noch nicht gefunden

"Wir haben bisher für diesen Teil der Immobilie noch keinen Mieter gefunden", so Cords. Erst wenn dieser gefunden sei, werde mit einer Sanierung begonnen. Im Hinblick darauf, wer die Flächen in Zukunft nutzen könnte oder welches Gewerbe dort angesiedelt werden soll, hält sich die Sprecherin der Edeka-Tochter bedeckt. "Für den Leerstand gibt es verschiedene Ansätze, noch nichts konkretes."

Laut des Vorsitzenden des zuständigen Ortsbeirates Schmarl, Michael Berger (CDU) habe das Gremium "mit dem Eigentümer schon einmal darüber gesprochen, dass dort ein Cafe einziehen soll". Er vermute zudem, dass sich erst ein Mieter für die Fläche finden würde, wenn der Neubau auf der angrenzenden Fläche der alten Schülerspeisung fertiggestellt sei. Das Gewerbe im hinteren Teil des Schmarler Zentrums, könnte dann an die enstehenden Bedarfe angepasst werden, so Berger.

Ziel der Stadt sei es, dass auf dem Grundstück der alten Schülerspeisung eine Einrichtung für betreutes oder altersgerechtes Wohnen gebaut wird. Zudem soll bis voraussichtlich Herbst 2021 auch der angrenzende Park Schmarler Landgang aufgehübscht werden.

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Eins ist für Berger jedoch klar: "Das ist eigentlich alles eine Einheit, die dort entsteht. Da kann nicht dazwischen eine Ruine stehen bleiben."

Kein Leerstand im vorderen Teil

Während die Rückseite des Schmarler Zentrums weiter verfällt, hat die Edeka-Tochter die Flächen vorne bereits saniert.

Beim Beginn der Arbeiten im Herbst des vergangenen Jahres stand ein Großteil der Geschäfte leer. Aktuell seien alle Gewerbeflächen vermietet, so Cords.

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Neben einer Dachsanierung bekam das Gebäude auch eine neue Fassade, so Cords. Des Weiteren wurden die Flucht- und Rettungswege sowie der Brandschutz überarbeitet und der Bau erhielt innen und außen einen neuen Anstrich.

Auch die 1000 Quadratmeter große Fläche des ehemaligen Tedi-Marktes wurde für den neuen Mieter Netto, dem Discounter der Edeka-Gruppe, umgebaut. Ebenfalls renoviert wurden die Mall und die Schaufenster.

Wann Ruine verschwindet, ist noch unklar

Dazu, wie viel Geld die Edeka-Tochter in die Sanierung der Flächen gesteckt hat, wollte Cords sich nicht äußern. Bei der Vorstellung des Vorhabens im Ortsbeirat Schmarl sprach der zuständige Projektleiter Frank Goerke im November 2019 noch von einer geplanten Investitionssumme von drei Millionen Euro.

Welche Summe in die Frischekur für den hinteren Teil der Immobilie fließen wird, stünde noch nicht fest und werde erst geklärt, wenn sich ein Mieter gefunden hätten, so Cords. Wann ein neuer Betreiber die leerstehenden Flächen übernehmen wird und die Arbeiten beginnen können, ist jedoch ungewiss.