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Buga 2025 Rundgang klärt viele Fragen

Von CLLA | 27.07.2018, 21:00 Uhr

Delegation der Bonner Ausrichter unterwegs. Auch E-Busse als Nutzer der Brücke. Großmarkt GmbH will Markthalle bauen.

Mehr als drei Stunden hat sich gestern die Delegation der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) Zeit für eine Tour entlang der Warnow genommen. Die Teilnehmer machten sich ein persönliches Bild von den Orten, die sich bis 2025 für die und mithilfe der Blumenschau entwickeln sollen.

LandesMuseum

Zurzeit werden die archäologischen Landesschätze zum großen Teil in Aarhus gezeigt. Als die Entscheidung für ein Landesmuseum am Standort Rostock fiel, sei laut Stefan Wenzl schnell klar gewesen, dass es dann auch der Stadthafen sein muss: „Er ist eine von drei absoluten 1AAA-Lagen im Land – mit dem Königsstuhl und dem Schweriner Schloss“, so der Abteilungsleiter Hochbau im Finanzministerium. Genaue Investitionssummen könne er noch nicht nennen, da gerade die Feinplanung des Raumbedarfes erfolgt. Bis 2019 soll aber ein Wettbewerb durchgeführt werden, um mit der Architektur des Bauwerks „ganz oben in der europäischen Liga mitzuspielen“. Aktuell sei eine maximale Höhe von 22 Metern angedacht, um sich in das Umfeld einzufügen. Neben der Ausstellung sollen auch Konferenzräume, ein Kindermuseum und Platz für universitäre Nutzung integriert werden.

Brücke

Mit der Warnowquerung zwischen Stadthafen und Gehlsdorf gelingt es, „das steinerne mit dem grünen Rostock zu verbinden“, so Bernhard Schwarz. Der Planer hat für das Bauwerk eine Breite von rund sechs Metern samt einiger Ausweichstellen vorgesehen, sodass neben Radfahrern und Fußgängern auch Rettungswagen und kleine E-Busse passieren könnten. Dazu sei man mit der Rostocker Straßenbahn AG im Gespräch, auch zum Thema autonomes Fahren. Um den problemlosen Schiffsverkehr zu garantieren, soll das Bauwerk vom Stadthafen aus zu öffnen sein – ein etwa 35 Meter langer Brückenteil würde dann in die Höhe gezogen. „Ob zu bestimmten Tageszeiten, jede Stunde für ein paar Minuten oder nach Bedarf – das müssen wir mit den Nutzern noch klären“, so Schwarz. Ebenfalls besprochen werden Transitlösungen für Einheimische zur Buga, wenn diese die Abkürzung für den Arbeitsweg nutzen, aber nicht jedes Mal Eintritt zahlen wollen. Eine weitere Brücke ist von der Holzhalbinsel zum Osthafen geplant.

Markthalle

Für die Markthalle im Stadthafen gibt es laut Buga-Koordinator Matthias Horn schon einen festen Interessenten für Bau und Betrieb: Die Rostocker Großmarkt GmbH, die vom aktuellen Standort Güterverkehrszentrum in die City ziehen will, um wetterunabhängig Märkte, Gastronomie und Events wie Live-Cooking anzubieten. Dem Investor sei auch bewusst, dass im Buga-Jahr die Halle noch nicht für eigene Zwecke zur Verfügung stünde, sondern Teil der Blumenschau ist, was aber auch Kooperationen zulässt.

Hanse Sailund Parken

Trotz der Bebauung des Stadthafens sollen genügend Freiflächen für die Hanse Sail und die Märkte bleiben. Auch während der Bauphase würde die maritime Traditionsveranstaltung stattfinden können. „Es wird sicher Einschränkungen geben, aber die Sail-Verantwortlichen haben Bereitschaft zur Flexibilität signalisiert“, so Bernhard Schwarz. Auch die Stellplatzproblematik wird thematisiert – könnte aber durch ein Parkhaus an der Fischerbastion aufgefangen werden.

bauhof

Das aktuell als Bauhof genutzte Gelände neben dem Osthafen ist laut Planer Schwarz eine „komplett vergessene Fläche, die von der Lage her eigentlich nicht besser sein könnte“ – direkt am Wasser und mit Straßenbahnanbindung. Deshalb soll der Bauhof auf eine Freifläche in die Nähe des Westfriedhofes umziehen. Auch mit dem Unternehmen Veolia gibt es Gespräche, um den neben dem Bauhof befindlichen Recyclinghof in ein Gewerbegebiet umzusiedeln. Entstehen soll ein Ort zum Wohnen und Leben, auch schwimmende Bauten wären möglich. Um eine urbane und lebendige Mischung zu erreichen, rät der Planer davon ab, alles durch einen Investor umsetzen zu lassen und neben den Finanzen auch das Konzept der Bewerber mit einfließen zu lassen.

Gehlsdorf

Dort, wo die Brücke in Gehlsdorf anlandet, wird durch den Stadtstrand ein attraktives Naherholungsgebiet entstehen. Der dahinter befindliche Eichenwald könnte bei der Buga als schattiger Ausstellungsort zum Beispiel das Thema Friedhofsgärtnerei beherbergen. Die bisher von den Kleingärtnern genutzte Fläche soll um vier bis sechs Parzellen reduziert werden und dann neue Obst- und Gemüsezüchtungen zeigen. Daneben sind im Bereich Fährhufe eine Schau-Pflanzfläche und Gastronomie geplant.

Fazit

Entgegen der Ankündigung wurde gestern doch noch keine finale Entscheidung getroffen, was an der Abwesenheit einiger Entscheider lag, die noch informiert werden müssten. In wenigen Wochen soll es aber eine Nachricht geben, denn alle Anwesenden waren von der Bewerbung Rostocks überzeugt: „Dieses Maritime ist fantastisch, einfach sagenhaft, wunderbar“, schwärmte Helmut Selders. „Das Potenzial und die Entwicklungsmöglichkeiten der Stadt sind toll“, so der Vorsitzende der DBG-Gesellschafterversammlung.