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Stadthafen Rostock Sanierung der Matrosen gestartet

Von Katrin Zimmer | 19.05.2018, 16:00 Uhr

Bronzehohlguss am Kabutzenhof wird restauriert. Die Fertigstellung erfolgt zwar wohl erst 2019, aber für November ist eine Ausstellung geplant.

Die Sanierung des Matrosendenkmals im Rostocker Stadthafen ist in vollem Gange: Während die vor einigen Wochen gestarteten Munitionsbergungsarbeiten in der Warnow bis Ende Mai abgeschlossen sein sollen – sofern es keine Funde gibt – wird an Land bereits die Baustelle vorbereitet, erklärt Michaela Selling, Leiterin des Amts für Kultur und Denkmalpflege. Für 3,27 Millionen Euro werden der 1977 eingeweihte Bronzehohlguss und das umliegende Areal aufgewertet. Aller Voraussicht nach werden die Arbeiten bis 2019 andauern.

„Was jetzt bereits von außen zu sehen ist, sind vorbereitende Maßnahmen für die Erneuerung der Plattierung“, erklärt Selling. Die DDR-Betonsteine seien zu großen Teilen brüchig und müssten deshalb komplett ausgetauscht werden. Gleichzeitig soll die Statik der Figur geprüft und der Aufbau teilerneuert werden. „Das Matrosendenkmal wurde in einzelnen Segmenten hochgezogen, verschraubt und verschweißt. Diese Schrauben sind teilweise stark korrodiert“, so Selling.

Von innen heraus würden parallel zu den Arbeiten im Außenbereich bereits nicht sichtbare Instandhaltungsmaßnahmen an der Skulptur durchgeführt. Knackpunkt ist der über den Sockel hinausragende Arm des einen Matrosen. Er müsse besonders gestützt werden, so die Denkmal-Expertin.

In zwei bis drei Wochen sollen Arbeiten im Flachwasserbereich folgen: „Die Promenade wird aufgeschüttet und verbreitert, sodass künftig Radfahrer, Fußgänger und Rollstuhlfahrer bequem aneinander vorbeikommen“, schildert Selling. Dann würde das Gelände rund um die Matrosen angepackt. Entstehen sollen terrassenförmige Stufen, die Einheimische und Touristen zum Verweilen einladen. Die Kulturamtschefin betont: „Sockel und Figur werden nicht angetastet.“ Denn um die Aufenthaltsfläche zu vergrößern, war ursprünglich geplant, das Denkmal zu deinstallieren und drei Meter weiter südöstlich wieder aufzuziehen. Das Vorhaben wurde verworfen, da die Bronzeskulptur von Wolfgang Eckardt den Umzug nicht unbeschadet überstanden hätte. Auch die Idee, die unterirdischen Räume wieder nutzbar zu machen und sogar museal zu nutzen, war wegen schlechter Bausubstanz und Wasser in den Kellern nicht umsetzbar.

Eigentlich sollte das Matrosendenkmal pünktlich zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution in Kiel von 1918 in neuem Glanz erstrahlen. Doch durch die unerwartete Planänderung „wird es bis zum Jahresende wohl nicht mehr klappen“, sagt Selling. Stattdessen plane sie, die Geschichte des Denkmals mit einer Sonderausstellung im Kröpeliner Tor zu thematisieren. „Dort sollen auch der Künstler und die Rolle der Hansestadt während des Matrosenaufstands in Kiel dargestellt werden“, so die Amtsleiterin.