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Rostock Sanierung des Matrosendenkmals verzögert sich erneut

Von Aline Farbacher | 14.11.2020, 06:00 Uhr

Derzeit überarbeitet der Rostocker Eigenbetrieb für Objekt­bewirtschaftung und -entwicklung das Leistungsverzeichnis.

Sie bleiben weiter hinter Gittern. Die zwei Matrosen in Höhe des Kabutzenhofs am Rostocker Stadthafen. Denn die Sanierung des Matrosendenkmals verzögert sich erneut. "Derzeit hängen wir in der Luft", teilte die Sprecherin des zuständigen Rostocker Eigenbetrieb für Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE), Josefine Rosse auf Anfrage mit. Ende dieses Jahres hätte der Bronzehohlguss von Bildhauer Wolfgang Eckardt von 1977 fertigsaniert sein sollen. Jetzt sorgt jedoch eine Überarbeitung des vom Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen erstellten Leistungsverzeichnisses erneut für eine Verzögerung.

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Hochwasserschutz und Leistungsvergabe noch nicht klar

Nachdem im März bereits vorbereitende Maßnahmen für die weiteren Arbeiten getätigt wurden, sollten die Verbindungen zwischen den 67 Einzelteilen der 40 Tonnen schweren Skulptur nun im Herbst von Innen neu verschraubt werden. So hatte es Thomas Werner, Amt für Kultur, Denkmalpflege und Museen Mitte März mitgeteilt.

Nun hakt es jedoch am vom Amt erstellten Leistungsverzeichnis, welches an den zuständigen Projektsteuerer, den KOE, übermittelt wurde. Dieses liste jene Leistungen auf, welche für die Schlosserarbeiten am Denkmal ausgeschrieben werden müssen. "Dabei geht es um den Austausch der Schraubverbindungen im Inneren", teilte Rathaussprecherin Kerstin Kanaa auf Anfrage mit.

Nach Prüfung durch die KOE-Vergabestelle wurde festgestellt, dass Nachbesserungsbedarf bestehe, so Kanaa. Aus diesem Grund werde das Verzeichnis derzeit durch ein Planungsbüro überarbeitet, sagte Rosse. Erst dann können die nötigen Leistungen ausgeschrieben werden und die Arbeiten voranschreiten.

Zudem warte der KOE derzeit noch auf eine verbindliche Aussage des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu MM) zum Hochwasserschutz. Eine Flutschutzbarriere soll bis zur Bundesgartenschau 2025 im Stadthafen entstehen.

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Ende der Sanierung noch nicht in Sicht

Grund für die Sanierung des Bronzehohlgusses sind Probleme in der Statik des Denkmals. Bereits seit vier Jahren ist es eingezäunt und hätte planmäßig schon zum Rostocker Stadtgeburtstag 2018 in neuem Glanz erstrahlen sollen.

Doch immer wieder hatte sich die Sanierung des Denkmals wegen einer fehlenden Baugenehmigung für die 1977 aufgestellten Matrosen verzögert, auch fehlende Daten zur Statik mussten ermittelt werden, berichtete Werner im März dieses Jahres. Nach damaligen Planungen sollte die Skulptur Ende 2020 fertigsaniert sein. "In diesem Jahr schaffen wir das nicht mehr", sagte Rosse. Es bleibt also unklar, wann die Matrosen aus ihrer Gefangenschaft hinter Bauzäunen befreit werden können.

Um die Rostocker bei der Sanierung jedoch besser mitzunehmen, werden in der dritten Novemberwoche Schilder am Bauzaun angebracht, teilte Werner am Dienstag mit. Diese erklären, warum die Figur saniert werden muss und wie die Verzögerung zustande kommt. Insgesamt werden in die Sanierung des Matrosendenkmals 3,3 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt investiert, so Werner.

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