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Breitbandausbau Langsames Netz beeinträchtigt Unterricht

Von Antje Kindler | 09.11.2018, 06:00 Uhr

Die technische Ausstattung ist vorhanden, aber es mangelt am schnellen Internet. Schülersprecher bemängelt Missstand.

Schnelles Internet wird immer wieder als wichtiger Standortvorteil angebracht. Aber gerade im ländlichen Raum lässt dieses auf sich warten - trotz der Breitbandausbauoffensive der Bundesregierung. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit den Telekommunikationsunternehmen flächendeckend in Deutschland Gigabit-Netze zu schaffen. "Turbo-Internet für alle!" lautet die Losung des Programms. Nicht nur Firmen warten sehnsüchtig auf den fixen Datentransfer, auch Schüler fordern das superschnelle Internet. Und das nicht etwa für ihr Freizeitvergnügen, sondern für einen besseren Unterricht. Die Novembersitzung der Gemeindevertretung nahm Marvin Schubert vom Sanitzer Gymnasium zum Anlass, auf dieses Problem aufmerksam zu machen. In der Einwohnerfragestunde am Dienstagabend erkundigte sich der Schülersprecher nach dem Stand. "Wann wird die Infrastruktur in Sanitz ausgebaut?", so der 18-Jährige.

„Der Informatikunterricht ist teilweise schwer zu gestalten“
Marvin Schubert, Schülersprecher Gymnasium Sanitz

Seinen Schilderungen zufolge wirkt sich das langsame Netz negativ auf den Unterricht aus. "Wenn beide Computerkabinette belegt sind, dann kommt man kaum ins Internet", so der Schülersprecher. Ein Problem, das auch Schulleiterin Angela Schulz bestätigt. "Es ist beschwerlich. Aber es ist ja kein schulspezifisches, sondern ein generelles Problem", merkt sie an. "Wir haben insgesamt eigentlich sogar drei Computerkabinette sowie interaktive Tafeln", sagt Schulz. Dadurch komme es zu Überlastungen. "Wenn wir im Unterricht einen Film zeigen, kommt es zu Verzögerungen. Das ist nicht so schön. Gerade, weil wir eine Medienschule sind und technisch gut ausgestattet sind", erläutert die Schulleiterin, die dem Schülersprecher dankbar ist, dieses Problem angesprochen zu haben.

Sanitz' Bürgermeister Joachim Hünecke (FDP) kennt das Problem. Aber "für dieses Territorium ist der Landkreis Rostock zuständig", klärte er Marvin Schubert sowie die anderen Anwesenden auf, die dieses Thema ebenfalls interessierte. Laut Hüneckes Ausführungen habe der Landkreis das komplette Gebiet dafür in verschiedene Einheiten unterteilt, so genannte Calls. Aktuell sei der Internetausbau für den Call 1 ausgeschrieben und der Zuschlag erteilt. Allerdings gehöre Sanitz nicht zu diesem Gebiet. Die Gemeinde falle in den Call 2, für den die Ausschreibungen aktuell laufen. "Für Call 2 gibt es noch keinen Zuschlag und auch kein Datum, wann es losgeht", sagte Hünecke, der noch einmal betonte, dass die Gemeinde in diesem Fall kein Mitspracherecht habe. Auch die Variante, den Breitbandausbau in Sanitz einem privaten Anbieter zu übertragen, wie es zum Beispiel die Gemeinden Admannshagen-Bargeshagen oder Lambrechtshagen gemacht haben, sei keine Option gewesen. Bei dieser Variante hätte das Unternehmen lediglich Sanitz ans schnelle Internet angeschlossen, die anderen zur Gemeinde gehörenden Dörfer wären außen vor geblieben.

Dennoch konnte Hünecke dem Schüler etwas Hoffnung machen. Die Gemeinde will den Schul- und Sportcampus aus Eigeninitiative doch irgendwie ans schnelle Netz bringen. In der John-Brinckman-Straße soll bereits eine Leitung einer privaten Firma liegen, die auch schnelle Daten übertragen kann. Deshalb, so der Bürgermeister, wolle man mit der Firma in Kontakt treten, um zu gucken, ob und wie der Schul- und Sportcampus mit Grund- und Regionaler Schule sowie Gymnasium daran angeschlossen werden könne. Schulleiterin Angela Schulz ist optimistisch, dass die Gemeinde das Problem ernsthaft angeht und lösen kann. "Wir sind dran", bestätigt sie.