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Tornadoartiges Unwetter schlägt 2010 viele Schneisen Schäden von "Doris" noch sichtbar

Von Winfried Wagner, dpa | 21.10.2011, 08:20 Uhr

Knapp eineinhalb Jahre nach dem Unwetter-Tief "Doris", dem östlich vom Plauer See ganze Nadelholz-Waldstücke zum Opfer fielen, sind die Spuren noch immer nicht beseitigt.

Knapp eineinhalb Jahre nach dem Unwetter-Tief "Doris", dem östlich vom Plauer See ganze Nadelholz-Waldstücke zum Opfer fielen, sind die Spuren noch immer nicht beseitigt. "Das wird uns wohl bis 2013 beschäftigen", sagte der Leiter des am stärksten betroffenen Forstamtes Wredenhagen, Bernd Poeppel, gestern. Allein um Malchow herum fielen dem orkanartigen Sturm mit tennisballgroßen Hagelkörnern im Juni 2010 rund 50 Hektar Wald zum Opfer.

Tausende Bäume, wie in den Retzower Tannen unweit von Plau, stürzten damals sofort um. Weitere Waldstücke mussten später sogar vollständig gerodet werden, weil die Hagelkörner die Rinde durchschlagen und Blaufäule verursacht hatten. Diese Brachflächen sollen laut Poeppel mit Mischwald bepflanzt werden.

Unabhängig davon soll heute ein neues Waldstück in der Region entstehen: Bei Malchow wird auf einem ehemaligen Maisacker neben der gerodeten Fläche der 15. Klimawald im Nordosten gepflanzt. Für rund 30 000 Euro sollen 6000 Traubeneichen und 50 Elsbeeren auf rund drei Hektar in den Boden kommen, um Kohlendioxid zu binden.

Am 11. Juni hatte Tief "Doris" mit schweren Gewittern und Hagel die Mecklenburgische Seenplatte heimgesucht. Innerhalb einer Stunde fiel soviel Regen, wie sonst in einem halben Monat, Dächer wurden zerstört, Strom fiel aus, Straßen und Keller wurden überflutet. Die Tornadotrasse zog sich von der Region Meyenburg (Brandenburg) über Malchow und Plau bis über das Wisentgehege Damerow nach Malchin. Auf der Müritz kenterte ein Boot, die Insassen konnten sich retten. Die Schäden wurden auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt.

Allein die Aufforstung bei Malchow würde laut Poeppel - je nach Baumart - zwischen 250 000 und 500 000 Euro kosten. Enorme Waldschäden gab es auch im und um das Wisentreservat Damerower Werder sowie im Park von Grabowhöfe bei Waren. Glücklicherweise knapp verschont wurde damals der Wald im Bären-Gehege der Tierschutzstiftung Vier Pfoten südlich von Malchow.

Die 2007 eingeführte Waldaktie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landes und des Landestourismusverbandes. Für zehn Euro, den Preis der Aktie, können zehn Quadratmeter Wald bepflanzt und gepflegt werden. Das soll reichen, um die CO2-Emission einer vierköpfigen Familie in einem 14-tägigen Urlaub auszugleichen. Wenn die vorgesehenen 40 Hektar Fläche für Waldaktien ausgeschöpft sind sollen weitere Flächen ausgewiesen werden.