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Warnemünde Schiffe gucken - den Start macht "Aidasol"

Von Maria Pistor | 23.04.2012, 08:44 Uhr

Deutlich früher als erwartet hat Kapitän Josef Husmann gestern die "Aidasol" an ihrem Liegeplatz am Passagierkai in Warnemünde festgemacht.

Um 6.30 Uhr war das erste der 180 Kreuzfahrtschiffe dieser Saison angekündigt. Aber bereits um 5.40 Uhr war das 252 Meter lange und knapp 33 Meter breite Exemplar der Kussmund-Flotte vertäut.

Mit mehr als 2400 Gästen war der Kreuzliner mit seinen 14 Decks ausgebucht. 607 Angestellte betreuen die Reisenden - davon sind 520 im Hotel- und 87 im nautischen Bereich tätig. "Unsere erste Hausdame Laura Oleshko legt pro Tag eine Strecke von 13,4 Kilometern an Bord zurück", sagt Husmann. Der 53-Jährige wollte zu Beginn seiner Laufbahn keine Passagierschiffe fahren. Der Knoten ist geplatzt, als er eine Urlaubsvertretung auf der "Berlin" absolviert hat. "Das war vor 22 Jahren, seitdem bin ich dabei geblieben", sagt Husmann.

Durch das Unglück auf der "Costa Concordia" sind die Mitreisenden stärker sensibilisiert für das Thema Schiffssicherheit. "Wir laufen nicht aus, bevor es ein Havarietraining gegeben hat", sagt Husmann. Die "Aidasol", die am 9. April 2011 in Kiel getauft wurde, gilt als Vorreiter in Sachen Technologie und Umweltschutz. Die Hauptmaschinen zeichnen sich durch einen treibstoffsparenden Verbrauch aus. Durch das Power Management System wird bei jeder Geschwindigkeit nur die benötigte Leistung bereit gestellt. "Damit erzielen wir einen geringeren Treibstoffverbrauch, verursachen weniger Schadstoffe und Wartungskosten, auch die Geräuschbelastung ist geringer als bei einem dieselmechanischen Antrieb", sagt der Kapitän. Er freut sich auf den 12. Mai. Da fährt er mit der "Aidasol" zur Schiffstaufe der "Aidamar" nach Hamburg.

Auch das war beim Erstanlauf zu beobachten: Wer an Bord geht, strahlt mehr als diejenigen, die das Schiff verlassen. Zu den Aufsteigern für einen fünftägigen Ostseetörn Richtung Oslo gehörte gestern Franziska Schramm. Heimaturlaub in Rostock konnte hingegen Ole Seidel, der 3. Offizier, antreten. Er war jetzt vier Monate unterwegs. "Da freut man sich dann sehr auf die Familie und Freunde", sagt der 36-jährige Rostocker, für den diese Zeit der zweite Einsatz bei der Reederei gewesen ist. Mitte Juni steigt Seidel dann erneut auf die "Aidadiva" auf.

Schiffe gucken am Passagierkai des Cruise-Centers ist beliebt. Und ebenso hoch in der Gunst vieler stehen die Rostock-Portpartys, von denen es fünf in dieser Saison gibt. Die erste ist am 15. Mai angesetzt, zum ersten Doppelanlauf der Saison mit der "Aidasol" und "Emerald Princess". Beide werden gegen 21 Uhr mit einem Höhenfeuerwerk verabschiedet.