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Rostock Schläge in der Straßenbahn

Von Annett Habermann | 24.08.2009, 10:10 Uhr

Unbekannte griffen in einer Rostocker Straßenbahn einen 28-Jährigen an und versuchten ihn auszurauben. Das Opfer setzte sich erfolgreich zur Wehr, die Täter flüchteten. Die Polizei zählt nun auf die Auswertung der Videokameras.

Überfall in einer Rostocker Straßenbahn: Drei Männer und zwei Frauen haben am Sonntag gegen 23.15 Uhr einen 28-Jährigen angegriffen und versucht, ihn auszurauben. Die fünf Jugendlichen brachten den Rostocker mit mehreren Schlägen zu Boden. Einer aus der Gruppe versuchte, ihn zu durchsuchen und ihm das Mobiltelefon abzunehmen. Das Opfer wehrte sich, so dass der Täter von ihm abließ.

Fahndung mit Hilfe von Videoaufzeichnungen

Beim nächsten Halt am Dierkower Kreuz sprangen die fünf Jugendlichen aus der Straßenbahn und flüchteten. Das Opfer erlitt Verletzungen im Gesicht und wurde mit Verdacht auf eine Nasenbeinfraktur ins Krankenhaus eingeliefert.

Die Fahndung nach den fünf Jugendlichen dauert an. Mit Hilfe von Videoaufzeichnungen aus der Straßenbahn versuchen die Ermittler, die mutmaßlichen Räuber zu identifizieren.

Bei der Rostocker Straßenbahn-AG (RSAG) sind 95 Prozent der Busse und 70 Prozent der Straßenbahnen mit Videokameras ausgestattet, die ununterbrochen Material aufnehmen, wenn die Fahrzeuge in Betrieb sind. "Eine Straßenbahn verfügt über sieben Kameras", so Hans-Peter Krause, Abteilungsleiter Marketing/Vertrieb bei der RSAG. In den Bussen sind je nach Fahrzeugtyp vier bis sechs Kameras installiert. Dadurch ist eine bessere und schnellere Aufklärung von Straftaten möglich. In enger Zusammenarbeit mit der Polizei konnten von den 82 Strafanzeigen im vergangenen Jahr 25 aufgeklärt werden. Die meisten ermittelten Tatverdächtigen waren nach Angaben der Polizei zwischen 14 und 18 Jahre alt. Hin und wieder habe man es auch mit älteren randalierenden Fahrgästen zu tun, die meist alkoholisiert seien. Auch bei Übergriffen auf den Fahrer setzen Polizei und RSAG auf die Auswertung von Videomaterial.

Fahrer sind auf Pöbeleien vorbereitetDennoch sei eine nächtliche Fahrt mit Bus oder Bahn "nicht gefährlich", so Krause. "Wir haben pro Tag 140000 Fahrgäste, die allermeisten benehmen sich aber vernünftig. Ähnliche Fälle aus den vergangenen Monaten sind mir nicht bekannt." Sollte es doch zu Pöbeleien oder mehr kommen, seien die Fahrzeugführer vorbereitet. "Unsere Fahrer werden einmal im Jahr geschult. Dort lernen sie, wie man sich in solchen Fällen deeskalierend verhält und wie sie schnell Hilfe anfordern."

Mit weiteren Präventionsmaßnahmen wie dem Projekt Vandalismus versucht die RSAG Straftaten vorzubeugen, damit sich die Fahrgäste sicher fühlen.