Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock Schlag gegen Hansa-Hools

Von Torben Hinz | 07.05.2013, 08:36 Uhr

Mit einer groß angelegten Razzia ist die Polizei gegen Hooligans in MV, Berlin, Brandenburg und Hamburg vorgegangen. Sie durchsuchten 43 Wohnungen von Anhängern des FC Hansa Rostock. Schwerpunkt der Aktion war Rostock.

Mit einer groß angelegten Razzia ist die Polizei gestern gegen Fußball-Hooligans in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Hamburg vorgegangen. Unterstützt von Sprengstoffspürhunden durchsuchten mehr als 450 Polizisten insgesamt 43 Wohnungen von Anhängern des FC Hansa Rostock, Schwerpunkt der Aktion war Rostock selbst.

Der Einsatz richtete sich gegen insgesamt 38 Hooligans, denen schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahl vorgeworfen wird. Ein Großteil von ihnen soll vor der Heimpartie gegen den Karlsruher SC Mitte November vergangenen Jahres einen mit Gästefans besetzten Zug attackiert haben. "Die Gruppe hat versucht, den Regionalexpress zu stürmen", sagt Holger Schütt, Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft. Das sei nur verhindert worden, indem der Zugführer den Bremsvorgang abgebrochen und Vollgas gegeben habe. Polizisten hatten den Vorfall aus dem Zug heraus gefilmt und in akribischer Kleinarbeit die mutmaßlichen Täter identifiziert.

Wenige Tage später hatten bis zu 60 Schläger ein Konzert der Hip-Hop-Band "187 Straßenbande" in der Alten Zuckerfabrik gestürmt. Sie griffen die Besucher und Bandmitglieder an, die dem FC St. Pauli nahe stehen sollen. Vier der Angreifer konnten bislang identifiziert werden. In einem dritten Fall ermittelte die Polizei drei Hansa-Schläger, die während der Rückreise vom Spiel in Aachen einem unbeteiligten Mann mit einer Glasflasche auf den Kopf geschlagen haben sollen. Ihr Opfer zog sich Schnittverletzungen zu.

"Die Beschuldigten waren überrascht, sie haben wahrscheinlich nicht mehr mit uns gerechnet", sagt Heinrich Henrichs, Leiter der Bundespolizeiinspektion Rostock. Widerstand habe es aber nirgends gegeben. Die Auswertung der beschlagnahmten 61 Handys, fünf Speicherkarten, zwei Festplatten und sechs Laptops werde noch Monate dauern. Anschließend drohen den Tätern zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Haft.