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Diskutiert Schleuse: Kanal wird zugeschüttet

Von Redaktion svz.de | 19.06.2015, 06:00 Uhr

Bund richtet bis Mitte 2016 eine Slip-Anlage ein.

Die Schleuse am Mühlendamm wird verfüllt. Stadt und Land haben das Angebot vom Bund, die Hälfte der Sanierungskosten zu tragen, endgültig ausgeschlagen. Das ist das Ergebnis eines internen Arbeitsgesprächs mit allen Beteiligten gestern im Rathaus. Der Bund als Eigner der Schleuse an der Bundeswasserstraße will nun als Ersatz eine Slip-Anlage einrichten, über die die Wassersportvereine ihre Boote transportieren können.

„Die meisten Ruderer und Kanuten können damit leben, während wir das nicht so gut können“, sagt Dr. Martin Hein, Vorsitzender des Kreisanglerverbandes. Die Mitglieder der Angelvereine haben 110 Boote, darunter viele größere, die sich nicht slippen lassen. Die Anlage soll für bis zu 300 Kilogramm ausgelegt werden. „Das ist für uns sehr ärgerlich“, sagt Hein. Er kritisiert: „Mit dem Erhalt der Schleuse hat sich eigentlich keiner mehr ernsthaft beschäftigt.“

Was das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund aber anbot: Die schweren Boote per Kran von der Ober- auf die Unterwarnow zu versetzen. Allerdings, so Hein: Die Vereinsgelände blieben ja auf der anderen Seite und am neuen Ort würden Liegegebühren anfallen. Wie die Angler nun weiter vorgehen, wollen sie jetzt besprechen. „Für uns ist die Anlage ausreichend, aber schön ist es nicht“, sagt Mathias Everartz vom Rostocker Kanuclub. Er solidarisiert sich mit den Anglern. Deren Verlust nehme der OB in Kauf. Hein und Everartz sind sich einig, dass Bund, Stadt und Land in der Sitzung den Eindruck eines längst beschlossenen Kompromisses vermittelt hätten.

Die Slip-Anlage wird Schätzungen zufolge eine halbe Million Euro kosten. Eine Schleusensanierung hätte rund vier Millionen bedeutet. Fertig werden soll die jetzt vorgestellte Alternative bis Mitte 2016 – fast fünf Jahre nach Schließung für die Brückenbauarbeiten. Damals wollte der Bund die Schleuse noch sanieren. Gestern stimmte sich das Wasser- und Schifffahrtsamt zu der neuen Planung mit Infrastrukturminister, OB, Vertretern des Staatlichen Amts für Landwirtschaft und Umwelt und der Stadtverwaltung sowie Vereinsvorständen ab.