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Initiative Schluss mit Hunger in der Schule

Von JORO | 05.06.2015, 06:00 Uhr

„Lernen – aber satt“ ermöglicht Frühstück für Kinder. Allerdings fehlt es an Helfern.

„Ungesunde Sachen haben viel Zucker, und Zucker macht dick.“ Anthony Joel weiß, welche Lebensmittel er essen muss, damit er in der Schule die nötige Konzentration aufbringen kann. Gelernt hat der Elfjährige alles über gesunde Ernährung von Katja Brandt. Die Schulsozialarbeiterin bereitet jeden Donnerstag mit den Schülern des Förderzentrums Am Wasserturm ein reichhaltiges Frühstück vor. Die Mittel dafür bekommt sie aus der Initiative „Lernen – aber satt“. „Wir bereiten das Frühstück nicht nur gemeinsam mit den Schülern vor, wir gehen vorher auch mit ihnen einkaufen“, sagt Brandt. Am Ende würden die Kinder dadurch auch Teamfähigkeit lernen und so ihre sozialen Kompetenzen stärken. „Sie stellen für andere etwas her. Das gibt ihnen ein gutes Gefühl“, weiß Schulleiterin Silvia Schrötter. „Wir sind eine Schule mit dem Förderschwerpunkt für emotionale und soziale Entwicklung. Zu uns kommen Schüler mit Verhaltensausffälligkeiten. Wir wollen sie so fördern, dass sie an Regelschulen gehen können. Da helfen solche Initiativen.“

„Lernen – aber satt“ wurde 2013 von der Wohnungsgesellschaft Wiro, der Ostseesparkasse (Ospa) und den Stadtwerken ins Leben gerufen, um knurrende Mägen im Unterricht zu verhindern. Allein im vergangenen Jahr konnten in 15 Rostocker Schulen mehr als 75 000 kostenlose Frühstücke an Grundschüler ausgegeben werden. Die Zahl könnte in diesem Jahr kleiner ausfallen – nicht weil mehr Eltern ihren Kindern Brote schmieren, sondern weil es an ehrenamtlichen Helfern fehlt, die die Zubereitung der Frühstücke übernehmen. So gebe es derzeit in Schmarl keine Möglichkeit, die Morgenmahlzeit anzubieten. „Wir würden sogar darüber nachdenken, den Spendentopf von 30 000 Euro aufzustocken, wenn wir mehr Helfer finden“, sagt Frank Berg von der Ospa und spricht damit für alle drei Förderer. Der Bedarf sei schließlich da: „Es kommen immer noch zu viele Kinder hungrig in die Schule“, weiß Schrötter.

Sie wollen helfen?



Sie haben in den Morgenstunden ein wenig Zeit und arbeiten gerne mit Kinder zusammen? Dann melden Sie sich am besten bei Angelika Stiemer vom Amt für Jugend und Soziales unter der Telefonnummer 0381/381 10 66.