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Rostock Schmuckstück der Lehre

Von Maria Pistor | 16.01.2009, 06:29 Uhr

Knapp sechs Jahre dauerten die Arbeiten zur Sanierung und dem Ausbau des Instituts für Anatomie und Physiologie der Universität in der Gertrudenstraße 7.

Das Land investierte 12,4 Millionen Euro in das Vorhaben, das ein en wichtigen Beitrag zum Erhalt der Baukultur darstellt.

"Das Ergebnis ist perfekt", sagt Prof. Dr. Andreas Wree. Der Leiter des Instituts für Anatomie ist zufrieden mit dem, was der Betrieb für Bau und Liegenschaften (BBL) als Bauherr des Landes in manch kniffliger Aktion hier geschaffen hat. Denn der Standort besitzt für Forschung und Lehre einen hohen Stellenwert und ist ein architektonisches Schmuckstück geworden.

Seit Baubeginn sind hier in der Gertrudenstraße 7 verschiedene Etappen realisiert worden: Abbruch, Neubau, Sanierung von Fassade sowie Außenanlagen. "Außerdem musste die Standfestigkeit des Gebäudes mit einem speziellen Hochdruckinjektionsverfahren verbessert werden", sagt Bauleiterin Nadine Boldt. Ein Bombenanschlag im Zweiten Weltkrieg hat das Gebäude kurz verfehlt, aber einen negativen Einfluss auf die Standfestigkeit ausgeübt. Die Statik war seither mangelhaft, der Baugrund musste stabilisiert werden. Allein dieser Teil kostete zwei Millionen Euro.

Außerdem entstanden auf 1100 Quadratmetern zusätzliche Labore, auf weiteren 1050 Quadratmetern gibt es neue Räume. Eine weitere Neuheit ist ein zusätzlicher Hörsaal für Lehre und Forschung der Bereiche Physiologie und Anatomie. Es war alles andere als ein normales Vorhaben: "Das schwierige war, dass der Baubetrieb sowie Lehre und Forschung über Jahre parallel betrieben werden mussten", sagt Uwe Sander, leitender Baudirektor des BBL.

Sehr hoher Standard im bundesweiten Vergleich"Es war daher in den einzelnen Etappen ein Umzug innerhalb des Hauses erforderlich", ergänzt Bauleiterin Boldt. Da mussten Mitarbeiter zwischen dem Süd- und Nordflügel hin- und herziehen. Auch das historische Treppenhaus ist erneuert worden.

Außerdem galt es, das Haus mit Brandmeldern und Brandschutztüren und einer modernen Lüftungsanlage auszurüsten. "In der Anatomie entstanden Bereiche, die es in diesem hohen Standard deutschlandweit kaum gibt", sagt Wree. Ein Beispiel dafür ist der multifunktionale Präpariersaal mit 100 Plätzen, der sich auch zum Sezierraum für zehn Leichen umfunktionieren lässt. Über große Bildschirme kann jeder an jedem Platz alles verfolgen. Zusätzlich ist es möglich, hier Operationen aus anderen Kliniken zur Anschauung für die Studenten live zu übertragen.