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Ein Artikel der Redaktion NNN

Rostock Schnurrende und bellende Begleiter sind einfach gut fürs Herz

Von Redaktion svz.de | 29.11.2012, 09:47 Uhr

6 Uhr.

Der Wecker klingelt erbarmungslos. Der Morgen draußen sieht nass, kalt und dunkel aus. Auf dem Weg zur rettenden Kaffeemaschine begegnen mir ein warmes Fell, große unergründliche Augen und eine feuchte Nase - mein Hund Cho. Freundliche, ausgeschlafene Begrüßung. Wie kann man so früh so ansteckend munter und gut gelaunt sein?

Ist es einer dieser vielen kleinen glücklichen Momente am Tag, die das Zusammenleben mit einem Tier so wertvoll machen? Es heißt, Menschen mit einem vierbeinigen Familienmitglied haben ein erfüllteres Leben als ihre Mitmenschen. Stimmt das wirklich? Wenn ja, warum?

Sie machen glücklich und fördern die Gesundheit

Studien zeigen, dass Hunde wesentlich die Lebensqualität ihrer Besitzer beeinflussen. Hundehalter bewerteten sich selbst als durchaus positiv. In Befragungen schnitten sie als zufriedener, kontaktfreudiger und lebensfroher ab als ihre hundelosen Mitmenschen. Auch Aquarianer erleben sich selbst als optimistisch, froh und ausgeglichen.

Haustiere bereiten offensichtlich nicht nur kleine Alltagsfreuden, sondern leisten einen bedeutenden Beitrag zur Gesundheit. Nach Umfragen fühlen sich etwa 30 Prozent der Hundehalter gesund. Unter Nicht-Hundefreunden dagegen sind es nicht einmal 15 Prozent. Die Hintergründe sind schnell erklärt. Das Streicheln und die Zuwendung zum Heimtier senkt den Stresspegel. Stresshormone werden schneller abgebaut, das so genannte "Kuschelhormon" Oxytocin wird gefördert. Studien beweisen, dass Haustierfreunde ein geringeres Risiko haben, einen Schlaganfall, einen Herzanfall oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden. Einfach gesagt: Schnurrende und bellende Mitbewohner funktionieren wie Beta-Blocker. Ein ärgerliches Telefongespräch? Adrenalin voll ausgeschüttet? Statt seinen Frust weiter mit sich herumzutragen, senkt ein Tierhalter seinen Blutdruck durch Streicheleinheiten an seinem Vierbeiner.

Bello und Co fordern von ihren Zweibeinern regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft bei jeglichem Wetter. Diese stärken das Immunsystem. Wer mag schon allein joggen oder walken? Auf sechs Beinen macht es mehr Spaß. Wem das zu wenig ist, der sucht sich einen Hundesport, der zu ihm passt. Agility zum Beispiel ist ein Sport, der kurze Sprints und viel Konzentration erfordert. Im Schlittenhundesport dagegen wird viel Ausdauer gebraucht. Im Hunde-Frisbee sind gute Werfer bevorteilt.

Hunde sind die Haustiere, die sich am meisten und am besten an den Menschen angepasst haben. Sie zeigen eine hohe Empathie. Darunter verstehen wir ein hohes Einfühlungs- oder Mitfühlungsvermögen. Lange Jahre ist man davon ausgegangen, dass Menschenaffen das höchste Verständnis für uns Menschen entwickeln. Schließlich sind wir Verwandte. Jüngere Forschungsergebnisse zeigen jedoch unerwartete Ergebnisse. Geht es darum, flexibel auf menschliche Kommunikation zu reagieren, scheint kein Tier dem Hund das Wasser reichen zu können. In vielen Jahrtausenden hat er die Menschen immer besser verstehen gelernt. Das hat ihm nebenbei erhebliche Vorteile verschafft. Deshalb reagiert er auch stärker auf die Zeichensprache und Gesten des Menschen. Er versteht sofort, dass hier eine Kommunikation stattfindet. Schimpansen beispielsweise versuchen ebenfalls, gestellte Aufgaben zu lösen. Sie nutzen aber die Gestik des Menschen nicht als Hilfe - nein, sie ignorieren sie. Hunde scheinen also sehr gut in der Lage zu sein, Absichten und Wünsche von uns Menschen zu verstehen. Verschiedene Wissenschaftler untersuchen derzeit viele offene Fragen zu den kognitiven Fähigkeiten des Hundes. Es bleibt also spannend.

Wir Menschen profitieren von den hervorragenden sozialen Fähigkeiten des Hundes. Hunde wirken sich auf die soziale Entwicklung von Kindern positiv aus. Vor allem gegenseitige Rücksicht, Respekt und Verantwortung werden von Kindern wahrgenommen, gelernt und im Umgang mit anderen Menschen angewendet. Bei Schulkindern erhöht ein Familienhund sogar die Lust am Lernen und die Leistungsbereitschaft. Er fördert die Teamfähigkeit und Verständigung. Vor allem aber sorgt er für seelische Ausgeglichenheit und Wohlbefinden. Kinder lassen sich gern durch Tiere trösten. Da sind sie sicher nicht die Einzigen. Denn Vierbeiner behalten die anvertrauten Geheimnisse für sich, diskutieren und bewerten nicht und haben immer ein offenes Ohr.

Der Faktor Attraktivität

Hunde haben noch einen gravierenden Vorteil. Sie lassen Menschen attraktiver erscheinen. Frauen mit Hund wurden von ihren Betrachtern als gesundheitsbewusst, optimistisch, geduldig und diszipliniert eingeschätzt. Aber egal, ob Hund oder Katze, Vogel oder Meerschweinchen: Tiere bringen Struktur in den Alltag. Sie müssen zu bestimmten Zeiten gefüttert und gepflegt werden. Über die Reaktionen, Besonderheiten, Erlebnisse und Beobachtungen tauscht man sich gern aus. In Altersheimen haben Wellensittiche wesentlich dazu beigetragen, Einsamkeit abzubauen, das Leben sinnvoller erscheinen zu lassen und das Aktivitätsniveau zu erhöhen.

Fazit: Haustiere erfüllen sehr wichtige persönliche Aufgaben für ihre Besitzer. Tiere haben zudem verantwortungsvolle Jobs übernommen, nämlich im Dienste der Polizei und des Zolls. Sie finden Drogen, zeigen raubkopierte CDs an, helfen Leichen aufzuspüren. Oder sie arbeiten im Dienste der Medizin. Die "Supernasen" sind in der Lage, Krebs zu erkennen, sie warnen Epileptiker vor dem nächsten Anfall oder erinnern ihre zuckerkranken Frauchen und Herrchen an die nächste Insulinspritze. Viele behinderte und blinde Menschen können auf ihre Hunde nicht verzichten. Es kann wohl niemand erfassen, wie vielen Patienten durch ihre therapeutischen Vierbeiner geholfen wurde und wird.