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Unglück: 69-Jähriger stürzt ins Wasser Segler stirbt im Yachthafen Hohe Düne

Von NNN | 24.09.2012, 08:13 Uhr

Dramatische Szenen haben sich in der Nacht zu gestern im Yachthafen Hohe Düne abgespielt, nachdem ein 69-Jähriger dort ins Wasser gefallen war. Die Rettungskräfte konnten den Schleswig-Holsteiner nur noch tot bergen.

Dramatische Szenen haben sich in der Nacht zu gestern im Yachthafen Hohe Düne abgespielt, nachdem ein 69-jähriger Segler dort ins Wasser gefallen war. Die Rettungskräfte konnten den Schleswig-Holsteiner trotz ihres schnellen Eingreifens nur noch tot aus der Ostsee bergen.

Unbestätigten Informationen zufolge soll der Mann mit Freunden auf einem im Hafen vertäuten Boot gefeiert haben, als das Unglück seinen Lauf nahm. "Nach ersten Erkenntnissen stürzte er gegen 4.30 Uhr aus bislang unbekannter Ursache vom Heckbereich des Bootes ins Wasser", sagt Polizeisprecherin Dörte Lembke. Zwei seiner Seglerkollegen an Bord bemerkten das und sprangen ohne lange zu zögern hinterher. Doch trotz größter Anstrengung schafften sie es nicht, den Verunglückten aus dem etwa 14 Grad Celsius kalten Wasser zu ziehen und ihn zurück aufs Schiff zu bringen. Seine schwere, mit Wasser vollgesogene Bekleidung machte den Rettern zu schaffen.

"Da es nicht gelang, ihn rauszuziehen, fixierten sie ihn mit einem Tau", sagt Lembke. So stellten sie sicher, dass der Kopf des 69-Jährigen über der Wasserlinie blieb und er kein Wasser in die Lungen bekam. Ob der Mann zu diesem Zeitpunkt bei Bewusstsein war, ist nicht bekannt. Anschließend riefen die Mitsegler über den Notruf die Polizei, die wiederum den Seenotrettungskreuzer in Warnemünde verständigte. Dessen Mannschaft schickte sofort das wendige kleine Tochterboot los. Während ein Streifenschiff der Wasserschutzpolizei den Unglücksort sicherte, kümmerte sich die Rettungsmannschaft um den Verunglückten. Den Profis gelang es schließlich, ihn aus der fixierten Position zu bergen und an Land zu bringen. Dort konnte der Notarzt allerdings nur noch den Tod des Mannes feststellen.

"Nach ersten Erkenntnissen liegen keine Anzeichen für eine Straftat vor", sagt Lembke. Spezialisten hatten den Unglücksort und die Umgebung schon kurz nach dem Todesfall näher begutachtet. "Die Ermittlungen des Kriminalkommissariats Rostock dauern an", so Lembke. Unter anderem wurden die Zeugen und Ersthelfer im Yachthafen von den Beamten befragt. Die Leiche soll nun routinemäßig obduziert werden, um einen kriminellen Hintergrund mit Sicherheit ausschließen zu können. Insbesondere soll geklärt werden, woran genau der Mann gestorben ist. In Frage kommt beispielsweise eine natürliche Todesursache wie ein Herzinfarkt. Ob der Mann noch lebte, als seine Mitsegler ihn zu retten versuchten, ist derzeit noch unklar. Auch über seinen generellen Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Unglücks ist nichts bekannt. All dies soll die Obduktion klären. Dabei soll auch geprüft werden, welche Rolle Alkohol bei dem Sturz ins Wasser gespielt haben könnte. Die Beamten vor Ort hatten die Werte der Mitsegler zunächst nicht getestet.