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Jubiläum Seit 60 Jahren am Strand im Einsatz

Von Kindlera | 13.06.2017, 12:00 Uhr

Graal-Müritzer Rettungsschwimmer feiern am Wochenende Geburtstag. Großes Treffen alter Wegbegleiter #wirkoennenrichtig

Geschichten und Erlebnisse von früher und heute werden sich die Mitglieder der Ortsgruppe Graal-Müritz der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) viel zu erzählen haben, wenn sie am Wochenende zu ihrem großen Treffen zusammenkommen. In diesem Jahr feiert die Ortsgruppe ihr 60-jähriges Bestehen und hat dazu alle Rettungsschwimmer, die in den vergangenen Jahrzehnten ihren Dienst am Strand des Ostseeheilbades getan haben, eingeladen. „Am Vormittag wird unser Jugendteam beim Turm an der Seebrücke eine Rettungsvorführung geben, wir stellen unsere Technik vor, nachmittags gibt es dann für die älteren Mitglieder eine Rundfahrt und abends finden unsere Feierlichkeiten statt“, umreißt André Rieckhoff, Vorsitzender der Ortsgruppe, die Pläne für das Jubiläum.

1957 wurde die Gruppe von Heiner Teichert gegründet, seitdem haben schon über 1000 Mitglieder, so schätzt Rieckhoff, ihre Zeit auf den Wachtürmen verbracht. „Zu DDR-Zeiten war es noch ganz anders. Damals wurden die Rettungsschwimmer von den Betrieben freigestellt. Heute sind es alles Ehrenamtler, die das neben ihrem Beruf machen“, weiß Rieckhoff aus Erzählungen. „Damals hatten die Rettungsschwimmer hier teilweise noch Ruderboote und nach 22 Uhr durfte wegen der Grenzlage keiner mehr am Strand sein. Die Kollegen mussten sich bei den Grenztürmen an- und abmelden.“

Heute sieht die Arbeit der rund 55 Aktiven etwas anders aus. „Der Dienst beginnt um 9 Uhr. Dann wird das Boot zu Wasser gelassen, die Technik überprüft und das Wasser beobachtet. Trotzdem sind wir auch immer auf die Aufmerksamkeit der Urlauber mit angewiesen“, erzählt der Vereinsvorsitzende. Auch für seine Kollegen Steffen Otto und Mario Scheu ist dies der tollste Job der Welt, für den sie ihre Freizeit gern opfern. „Für mich ist es ein Ausgleich zur Arbeit und man tut etwas Sinnvolles“, so Otto. Von Suchmeldungen über Pflaster kleben und Leute aus dem Wasser retten bis hin zur schweren Ersten Hilfe beispielsweise bei gebrochenen Beinen kann die Männer und Frauen auf den Türmen alles erwarten – auch tragische Fälle. „Wenn so etwas passiert, kann man durch Gespräche im Team Abstand gewinnen“, erzählt Mario Scheu. Um genau das zu vermeiden, sind die Rettungsschwimmer auch immer präventiv unterwegs, klären die Leute über die Gefahren auf. „Obwohl man dann auch schon mal angepöbelt wird“, so André Rieckhoff.