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Kunstprojekt „Ship of Tolerance“ fast fertig

Von Redaktion svz.de | 12.05.2018, 08:00 Uhr

Russische Künstlerehepaar Kabakov will für Frieden und Völkerverständigung werben.

Das „Ship of Tolerance“, das zum Mecklenburg-Vorpommern-Tag im Rostocker Stadthafen eingeweiht werden soll, steht kurz vor der Fertigstellung. Derzeit seien ehrenamtlich tätige Handwerker dabei, die Elektroinstallationen und Tischlerarbeiten zu beenden, so Mitorganisator Guntram Porath.

Anfang kommender Woche soll das 20 Meter lange Holzschiff im Fischereihafen auf Pontons gehoben werden. Das Schiff ist ein weltumspannendes Kunstprojekt des russischen Künstlerehepaares Ilja und Emilia Kabakov, das auf Initiative der Kunsthalle Rostock erstmals in Deutschland gezeigt wird. Mit dem Schiff wollen die Kabakovs Menschen verschiedener Kontinente, Kulturen und Identitäten verbinden. Seit der Premiere in Venedig 2005 sind weltweit zehn gleiche Versionen gebaut worden.

Am 19. Mai soll das Schiff von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) der Öffentlichkeit übergeben werden. Rostock sei eine der ältesten Hafenstädte Nordeuropas, so Emilia Kabakov. „Aber trotz all dieser internationalen Verbindungen und Kontakte hat es in Rostock mit die schlimmsten fremdenfeindlichen Ausschreitungen gegeben“, erklärte sie mit Blick auf die rassistische Randale 1992 in Rostock-Lichtenhagen.Es sei schwierig für eine Bevölkerung mit historisch gewachsenen Kulturtraditionen, augenscheinliche und oft sehr unterschiedliche Lebensformen wie Religion, Kleidung, Sprache und Alltagsverhalten zu akzeptieren. „Es braucht Zeit, Geduld, Verständnis und sehr viel Bildung.“

Das Schiff der Toleranz solle die Erwachsenen dazu anregen, mit den Kindern zu sprechen und ihnen erklären, dass alle Menschen trotz ihrer Unterschiede gleich sind. „Jedes Individuum muss lernen, die Kulturen, Religionen und Traditionen des jeweils anderen zu respektieren“, erklärt Kabakov.

Wie Mitorganisator Guntram Porath weiter berichtet, wird derzeit das 100 Quadratmeter große Segel aus den kleinen Stoffbildern geknüpft, die in den vergangenen Wochen unter anderem von Schulen und Kitas angefertigt wurden. Passend zum 800. Geburtstag Rostocks wurden 800 dieser ein Quadratmeter großen Teile gemalt. Die, die nicht für das Segel gebraucht werden, sollen über die ganze Stadt verteilt zu sehen sein.