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Unfall Shorttracker haben 1000 Schutzengel

Von Redaktion svz.de | 03.03.2015, 06:30 Uhr

Mercedes knallt mit 200 Kilometern pro Stunde in vollen Sportlerbus / Unfall geht relativ glimpflich aus

„Plötzlich gab es einen Rums. Zuerst dachte ich, wir hätten eine Reifenpanne. Wir hatten 1000 Schutzengel“, steht Trainerin Karin Schmidt vom Rostocker Nachwuchs-Bundesstützpunkt Shorttrack auch am Tag danach noch das Entsetzen ins Gesicht geschrieben.

Sonntag 17.45 Uhr, Autobahn A9 bei Schleiz: Die Talente des Kurzbahn-Eisschnelllaufs vom ESV Turbine sind auf dem Rückweg von den Munich Open in München, als hinter ihnen ein silberfarbener Mercedes ins Schleudern kommt und mit geschätzten 200 Kilometern pro Stunde dem nur halb so schnellen, mit 18 Personen besetzten Minibus, ins Heck knallt. Der Pkw überschlägt sich mehrfach, bleibt auf dem Dach liegen. Den Bus behält Fahrer Jan Dzarnowski auch nach dem Crash unter Kontrolle. „Wir wurden auf einmal von hinten gerammt, kriegten einen richtigen Beschleunigungsschub wie von einer Rakete. Ich habe dann langsam Gas weggenommen und bin erst mal rechts raus“, berichtet der Geschäftsführer der Firma Rostocker Transfer Service, langjähriger Partner und Sponsor der hiesigen Shorttracker. Bis auf erheblichen Sachschaden endet der Unfall für alle Beteiligten, auch den Verursacher, halbwegs glimpflich. Dzarnowski: „Der Kofferraum vom Bus ist total zerstört, da wurde alles etwa anderthalb Meter nach innen gedrückt. Zum Glück wirkte das ganze Gepäck wahrscheinlich wie ein Puffer, sodass die Rückbank heil blieb und alles noch relativ human ablief.“ Am schlimmsten erwischt es noch Dzarnowskis Ehefrau Jana, die mit Rippenprellung erst mal zur Beobachtung im Krankenhaus in Thüringen bleibt.

Nach der Autobahn-Vollsperrung wird die Rostocker Delegation von der Freiwilligen Feuerwehr Schleiz mit Löschfahrzeugen in deren Gerätehaus transportiert. „Die haben sich in jeglicher Hinsicht rührend um uns
gekümmert“, lobt Karin Schmidt. „Von unseren Sachen ist jetzt natürlich viel Schrott, aber das ist erst mal Nebensache, das kann man alles ersetzen.“ Gegen 22 Uhr können die Verunglückten dank des Fuhrunternehmens Gunter Drechsel aus Plauen die Rückfahrt antreten. Gestern gegen 4 Uhr morgens waren die Shorttrack-Talente und ihre Begleiter wieder zu Hause.