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Die Rostocker Feuerwehr berät: So verhalten sie sich beim Böllern Sicher durch die Silversternacht

Von Jenny Pfeifer | 29.12.2010, 08:17 Uhr

Prüfzeichen, Gebrauchssanweisung und Mindestalter: Diese Dinge müssen auf der Verpackung von Silvesterböllern gekennzeichnet sein. "Ganz wichtig ist das BAM-Zeichen", sagt Brandmeister Sven Lietzow.

Prüfzeichen, Gebrauchssanweisung und Mindestalter: Diese Dinge müssen auf der Verpackung von Silvesterböllern gekennzeichnet sein. Damit der 31. Dezember für die Rostocker Feuerwehr nicht wieder zur arbeitsreichsten Nacht des Jahres wird, sollten die Hansestädter auf die Markierungen achten. "Ganz wichtig ist das BAM-Zeichen", sagt Brandmeister Sven Lietzow (43). Es bedeutet, dass die Kracher von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung auf ihr gefahrloses Abbrennen getestet wurden. Um sicher gehen zu können, dass die Feuerwerkskörper geprüft sind, sollten sie im Einzelhandel oder Baumärkten gekauft werden. Nicht zu empfehlen sei der Erwerb von privaten Händlern oder im Internet, so Lietzow.

"Silvesterböller sollten nicht von Jugendlichen unter 18 Jahren entzündet werden", sagt Monika Klaus vom Brandschutz- und Rettungsamt. Außerdem ist entscheidend, die Knallkörper nach dem Anzünden sofort aber nicht blindlings wegzuwerfen. Besonders gefährlich werden Knaller, die von Balkonen aus mehrgeschossigen Häusern geworfen werden. "Dann besteht die Gefahr, dass die Böller von der Brüstung zurückprallen und in der Wohnung losgehen", so Klaus. Sie empfiehlt, alle Möbel und Hausrat von den Terrassen und Balkonen zu entfernen sowie die Fenster und Türen zu schließen, damit keine Blindgänger in die Wohnungen fliegen.

Flugkörper fest positionieren

Unter Autos und auf Motorhauben sollten die kleinen Sprenggeschosse ebenfalls nicht gelangen. "Das gibt nicht nur Lackschäden", sagt Brandmeister Lietzow. Flugkörper sollten nicht in Hausrichtung postiert, sondern in eine Flasche gesteckt werden, so der 43-Jährige: "Besten Halt haben die Flaschen in einem Getränkekasten, darin können sie nicht umkippen."

Trotz umfassender Hinweise auf den Verpackungen, muss die Feuerwehr jedes Jahr in der Silvesternacht zu etlichen Unfällen ausrücken. "Durchschnittlich 50 Einsätze haben wir dann, an einem normalen Tag sind es vergleichsweise nur 20", so Klaus. Erfahrungsgemäß sorgen einige Jugendgruppen für den größten Schaden: "Vorsätzlich werfen sie Knaller und Raketen in Papier- und Mülltonnen." Das sei besonders in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt und im Rostocker Nordwesten der Fall. In Warnemünde gebe es laut Klaus mehr Verletzungen. "Weil dort zu viele Menschen auf einer engen Fläche zusammen stehen, passieren dort viele Unfälle", sagt sie. Verbrennungen, Gehörschäden und Fingerabrisse zählen zu den häufigsten Verletzungen. Da reetgedeckte Häuser leicht brennbar sind, dürfen im Umkreis von 200 Meter keine Raketen entzündet werden.

Auch noch am Neujahrstag sollten Eltern auf ihren Nachwuchs achten. Immer wieder komme es vor, dass Kinder am 1. Januar nach Knallern suchen, die nicht abgebrannt sind. "Die Blindgänger sollten auf keinen Fall ein zweites Mal angezündet werden", so Klaus.